Gelegenheit sei abgeschlossen
SEC-Chef gegen Veröffentlichung von Bush-Akten

Der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht (SEC), Harvey Pitt, hat sich gegen die Veröffentlichung von Untersuchungsunterlagen aus dem Jahr 1991 über angebliche Insidergeschäfte des US-Präsidenten George W. Bush ausgesprochen.

Reuters WASHINGTON. Pitt sagte am Sonntag dem US-Sender NBC, er halte dies nicht für notwendig, "solange es keinen Grund gibt, die alte Geschichte wieder aufzurollen". Die Angelegenheit sei abgeschlossen.

Bush war möglicher Insiderhandel vorgeworfen worden, weil er während seiner Tätigkeit für den Ölkonzern Harken Energy zu Beginn der 90er Jahre Aktien des Unternehmens in Höhe von 848 560 $ verkauft hatte, kurz bevor das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 23 Mill. $ einräumen musste. In Zusammenhang damit verlor die Aktie erheblich an Wert.

34 zu spät angezeigt

Eine Untersuchung der Börsenaufsicht hatte ergeben, dass Bush den Aktienverkauf der SEC zwar bis zu 34 Wochen zu spät angezeigt habe, aber nicht des Insiderhandels schuldig sei.

Pitt warf den US-Demokraten vor, aus ihren Forderungen nach einer Veröffentlichung der Akten politisch Kapital schlagen zu wollen. Mit Blick auf die jüngsten Bilanzierungsaffären in den USA fügte er hinzu: "Wieso können wir uns nicht auf Worldcom, Enron, QWest und all die anderen Unternehmen konzentrieren ...? Warum werden wir abgelenkt ...?" Er räumte jedoch ein, dass die Akten veröffentlicht würden, wenn Bush selbst dies verlange.

Pitt wehrte sich auch gegen Vorwürfe, nur unzureichend auf Ungereimtheiten bei der Bilanzierung von US-Unternehmen reagiert zu haben. Forderungen nach einem Rücktritt wies Pitt in einem Interview des US-Senders CBS zurück. Die Börsenaufsicht werde in Zukunft aggressiver gegen Bilanzfälschungen vorgehen, sagte Pitt. Bush hatte vor einer Woche angekündigt, die SEC zu stärken. Eine Reihe von Bilanzaffären bei US-Konzernen hatte das Vertrauen der Anleger erschüttert und zu erheblichen Kurseinbrüchen geführt.

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