Gelsenkirchener sehen kein Fehlverhalten
Personal-Coup könnte Schalke teuer kommen

Die Verpflichtung der beiden Bremer Top-Stars Ailton und Mladen Krstajic hat für den Fußball-Bundesligisten Schalke 04 ein Nachspiel: Die DFL ermittelt, ob bei den Verpflichtungen alles mit rechten Dingen zuging. Gleichzeitig macht bei den Königsblauen bereits der nächste Name die Runde. Laut einer Meldung der "Baseler Zeitung" ist der Verein an Stürmer Marco Streller vom FC Basel interessiert.

HB BREMEN/GELSENKIRCHEN/BASEL. "Uns liegt ein Schreiben der DFL vor", bestätigte am Freitag Werder Bremens Sprecher Michael Rudolph erste Ermittlungen der DFL. "Die Liga will Informationen zum Ablauf, und wir werden sehr auskunftsfreudig sein", sagte Rudolph. Nach den Statuten der DFL muss ein Verein bei Beginn der Vertragsverhandlungen den Club benachrichtigen, bei dem der Spieler noch unter Vertrag steht. Werder-Sportdirektor Klaus Allofs sagte: "Das ist im Falle Ailton definitiv nicht passiert, deswegen fielen auch unsere Reaktionen so heftig aus."

Ein Interview des Schalker Managers Rudi Assauer mit der Oldenburger "Nord-West-Zeitung" deutet ebenfalls auf einen Verstoß hin. Assauer schildert dort den Hergang: "Die Berater der Spieler waren auf den Markt gegangen, und so bekamen auch wir davon Wind. Da haben wir schnell gehandelt und alles klar gemacht. Wir haben anschließend den Verein, den DFB und die DFL informiert." Assauer sagte weiter: "Ich kann das Nachkarten nicht verstehen. Ich habe ja auch schon Spieler verloren."

Sollte ein Fehlverhalten der Schalker festgestellt werden, könnte das teuer werden. DFL-Justiziar Thomas Summerer hatte im Deutschen Sport-Fernsehen gesagt: "Es gibt ein großes Instrumentarium. Wenn ein Verstoß vorliegen sollte, muss man sehen, wie schwer er ist. Unter Umständen könnte eine Vertragsstrafe in beträchtlicher Höhe in Betracht kommen." Schalkes Sprecher Gerd Voss reagierte gelassen. "Wir lassen das auf uns zukommen. Wir haben uns korrekt verhalten", sagte er.

Derweil liegt in Gelsenkirchen in Sachen Verstärkungen der nächste Name im Ring. Schalkes Trainer Jupp Heynckes und Manager Rudi Assauer wollen nach einem Bericht der "Baseler Zeitung" den 1,95 m großen Stürmer Marco Streller vom FC Basel am Mittwoch im Uefa-Cup-Rückspiel der Schweizer gegen Malatyaspor beobachten. Der erstmals in die Nationalmannschaft berufene Streller ist noch bis 2005 vertraglich an den FC Basel gebunden, eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro ist im Gespräch. Die Gelsenkirchener suchen Ersatz für den Nigerianer Victor Agali, dessen Vertrag Ende Saison wohl nicht mehr verlängert werden soll. Erst gestern hatte der Name des 19-jährigen Stürmertalens Carlos Tevez auf Schalke die Runde gemacht. Bei seiner Verpflichtung könnte aber die Ablösesumme - der ebenfalls interessierte FC Bayern München hatte Boca Juniors Buenos Aires zuletzt 12 Millionen Dollar für Tevez geboten - zum Knackpunkt werden.

Kein Interesse hingegen besteht nach Aussage von Trainer Heynckes an einer Verpflichtung des französischen Mittelfeldspielers Johan Micoud ebenfalls vom SV Werder Bremen. "Das ist ein typisches Thema der Medien. Micoud ist ein guter Spieler, aber es gibt auch andere gute Spieler in anderen Clubs und anderen Ländern und jüngere seiner Art auch in Deutschland", meinte Schalkes Coach.

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