Gelungener Augenthaler-Einstand in Leverkusen
Bielefeld plötzlich erster Abstiegsanwärter

Der Meister feiert ausgelassen, drei Westclubs müssen zittern. Eine Runde vor Saisonschluss bietet die Suche nach dem dritten Absteiger neben Energie Cottbus und dem 1. FC Nürnberg weiter Spannung pur in der Fußball-Bundesliga.

HB/dpa DÜSSELDORF. Mit Arminia Bielefeld (36 Punkte), dem erstmals unter Klaus Augenthaler siegreichen Vorjahres-Zweiten Bayer Leverkusen (37) und Borussia Mönchengladbach (39) machen drei Westclubs am kommenden Wochenende den Gang in die 2. Liga unter sich aus. Hansa Rostock, Hannover 96 und der 1. FC Kaiserslautern konnten sich dagegen mit ihren Punktgewinnen vorzeitig retten. Und Titelverteidiger Borussia Dortmund hat einen der beiden weiteren Champions-League-Plätze sicher.

Derweil feierte Rekordmeister FC Bayern München seinen 18. Titelgewinn bereits am vorletzten Spieltag standesgemäß und ausgelassen. Nach dem 2:1-Erfolg über den Tabellendritten VfB Stuttgart, zu dem Giovane Elber zwei Treffer beisteuerte und damit aussichtsreichster Kandidat auf den Gewinn der Torjägerkanone ist, erhielt der Titelträger die Meisterschale von DFB-Teamchef Rudi Völler. Beim Party-Marathon versprach Nationaltorhüter Oliver Kahn, der weiter in München spielen wird, vor 15 000 Fans am Münchner Marienplatz: "Bis 2006 gibt es noch einige Meisterschaften und auch in der Champions League noch einiges zu erleben."

Gute Stimmung herrschte seit langem auch wieder mal in Leverkusen, wo sich Bayer mit dem neuen Trainer Augenthaler zu einem sicheren 3:0 über München 1860 kämpfte. "Das erste Ziel ist erledigt. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie keine Söldner-Truppe ist", meinte der frühere "Club"-Trainer, der ausgerechnet bei seinem ehemaligen Verein am kommenden Samstag mit Bayer gewinnen muss, um sicher in der Bundesliga zu bleiben. Mit dem ersten Sieg unter neuer Führung rettete sich der letztjährige Champions-League-Finalist vorerst auf Rang 15 vor dem nun stark bedrohten Aufsteiger Arminia Bielefeld.

Die Ostwestfalen haben nach dem 0:3 bei Hansa Rostock die schlechtesten Karten im Trio der Gefährdeten. "Jetzt hilft uns nur noch ein Fußball-Wunder", meinte Arminias Geschäftsführer Thomas von Heesen, dessen Team am kommenden Samstag gegen Hannover 96 gewinnen und auf einen Ausrutscher der Konkurrenz hoffen muss. Groß war dagegen die Freude bei den Mecklenburgern. "Der ganze Osten kann stolz auf uns sein", sagte Hansa-Torhüter Mathias Schober. Hannover 96 verhalf Jiri Stajner mit seinem "Last-Minute-Tor" zum 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach zum Jubeltag. "Ich kann es noch gar nicht fassen", meinte Trainer Ralf Rangnick nach der vorzeitigen Rettung. Die Gladbacher benötigen zum Klassenverbleib noch einen Punkt im Heimspiel gegen Werder Bremen.

"Ich habe mich selten so gefreut", sagte Kaiserslauterns Trainer Erik Gerets nach dem 0:0 gegen Borussia Dortmund am Vorabend seines 49. Geburtstages. "Das war das schönste Geschenk", sagte der Belgier. Mit dem siebten Heimspiel nacheinander ohne Gegentor verabschiedeten sich die geretteten Pfälzer von ihren begeisterten Fans. BVB-Trainer Matthias Sammer, der mit seinem Team unbedingt den zweiten Platz halten will, warnte vor einem "Selbstläufer" im letzten Spiel gegen Absteiger Cottbus. "Die Situation ist brandgefährlich."

Im Kampf um die UEFA-Cup-Plätze ist der SV Werder Bremen (52) nach dem 2:1 gegen den FC Schalke wieder im Rennen. "Hoffentlich gibt es jetzt ein Happy End", sagte Werder-Profi Fabian Ernst nach dem durch einen sehenswerten Freistoß des Franzosen Johan Micoud gesicherten Erfolg. Die Schalker hingegen bangen jetzt sogar noch um die Teilnahme am UI-Cup. "Wir werden bitterböse bestraft für jeden Fehler den wir machen, das tut weh", meinte Nationalspieler Jörg Böhme.

Der Hamburger SV (53) hat durch das 1:1 beim VfL Bochum sogar noch eine Minimalchance auf einen Champions-League-Platz, könnte aber auch noch aus den UEFA-Cup-Rängen fallen. In Lauerstellung hofft Hertha BSC (51) nach dem 0:2 beim VfL Wolfsburg auf einen Ausrutscher der beiden norddeutschen Clubs. Mit 7500 Litern Freibier und dem 2:1 über den Mitabsteiger 1. FC Nürnberg verabschiedet sich der FC Energie Cottbus aus der Bundesliga. "Das ist einer der traurigsten Momente meiner Karriere", sagte Energie-Coach Eduard Geyer deprimiert.

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