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Gema warnt vor Gefahren eines "anarchischen" Internets

Der Musikrechteverwerter Gema hat die Praktiken von Tauschbörsen wie Napster, Audiogalaxy oder Morpheus scharf verurteilt. "Die Freiheit des Internets hat ihre Grenzen dort, wo Recht und Freiheit der schöpferischen Menschen mit Füßen getreten werden", sagte Gema-Vorstandsmitglied Jürgen Becker am Donnerstag auf der Musikmesse Popkomm 2001 in Köln.

ddp KÖLN. Becker wies zugleich den Vorwurf zurück, die Musik-Branche habe zu spät und zu langsam auf das Internet reagiert. Die Antwort darauf könne nur lauten: «Das ist auch gut so.» Becker verwies auf die zahlreichen schlechten Nachrichten, mit denen viele StartUp-Unternehmen inzwischen von sich Reden machten.

Aus Sicht der Gema werden die Chancen des Online-Marktes auch heute noch überbewertet. "Musik aus dem Internet kann und soll zwar den traditionellen Tonträgermarkt ergänzen, ersetzen soll sie ihn jedoch nicht", sagte Becker. Die meisten Prognosen und Erwartung an das neue Marktsegment seien euphorisch und würden deshalb zwangsläufig zu Enttäuschungen führen. "Die Gema war mit Blick auf Erwartungen und Entwicklungen im Internet stets eine warnende Stimme, die ganz nüchtern darauf beharrt hat, dass die Vision eines freien, quasi anarchischen Internets ohne Schutz für die Rechteinhaber eine Fata Morgana in einer kulturellen Wüste bleiben wird", sagte Becker.

Es gelte, "rechtliche und technische Instrumentarien zu entwickeln und durchzusetzen, um den Piraten im Internet das Handwerk zu legen", betonte Becker. Auch das illegale CD-Brennen der heruntergeladenen Musik müsse unterbunden werden. Die Verluste, die diese Aktivitäten den Musikunternehmen bescherten, seien enorm und könnten der Musikindustrie die Existenzgrundlage entziehen. Entgegen landläufiger Meinung seien nicht die Mega-Stars sondern vor allem junge Talente von den Raubkopien betroffen.

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