Gemeinsam lernen im Datennetz: E-Learning ergänzt Weiterbildung im Klassenzimmer

Gemeinsam lernen im Datennetz
E-Learning ergänzt Weiterbildung im Klassenzimmer

Der Computer kann den Unterricht nicht ersetzen. Das zeigen die jüngsten Erfahrungen. E-Learning ist jedoch eine gute Ergänzung zum Kursangebot. PC-Programme und Lernportale im Netz können den Menschen helfen, Gelerntes zu vertiefen. Kommunikationssoftware sorgt dafür, dass sich die Lerner via Internet austauschen können.

DÜSSELDORF. Die Euphorie vom E-Learning, dem einfacheren, Zeit und Kosten sparenden Lernen am Computer, ist verflogen. Es hat sich gezeigt, dass der Computer den klassischen Weiterbildungskurs nicht ersetzen kann. "Die Menschen wollen nicht alleine am Rechner pauken. Sie wollen sich treffen, kennen lernen und miteinander kommunizieren", fasst Petra van Heek von der Abteilung "E-Learning" der Fraunhofer-Gesellschaft die Erfahrungen zusammen, die der Anbieter von Weiterbildungsangeboten mit den Kunden gemacht hat.

Damit ist der Computer als Lernmedium jedoch nicht tot. "Der PC kann das konventionelle Lernen im Klassenraum prima ergänzen", sagt Stefan Münzer, Projektleiter am Fraunhofer für Integrierte Publikations- und Informationssysteme-Institut (IPSI). Immer mehr Firmen haben das erkannt. Vor allem größere Unternehmen nutzen das Intranet dazu, um ihren Mitarbeitern Wissen in kleinen übersichtlichen Lerneinheiten zu vermitteln. Sie bieten über ein Lernportal Softwaremodule an, mit denen die Lerner das Gelernte vertiefen können, das im Weiterbildungskurs vermittelt wurde.

Der Softwarekonzern SAP, seit einem halben Jahr selbst Anbieter eines Programms, mit dem Unternehmen Lernplattformen programmieren können, hat Anfang Januar sein Lernportal für die eigenen Mitarbeiter freigeschaltet. "Für uns ist E-Learning eine ergänzende Methode, mit der wir unter anderem Weiterbildungskurse für die Mitarbeiter verkürzen können", erläutert Gunther Heiduk, Vice President Human Capital Management der SAP AG. Stunden, die zur Vertiefung des Stoffes eingeplant waren, werden durch Online-Kurseinheiten ersetzt.

Darüber hinaus eigne sich das E-Learning für das "Lernen-on-Demand". "Wenn beispielsweise eine neue Telefonanlage oder eine neue Version eines Computerprogramms angeschafft wurde, können die Mitarbeiter unternehmensübergreifend - via Internet auch an anderen Standorten - und schnell mit kleinen Lernprogrammen im Umgang mit der neuen Technik geschult werden", gibt Heiduk ein Beispiel.

Die Technik für das E-Learning ist ausgereift. "Es fehlen nur die sinnvollen Verknüpfungen. Außerdem hapert es oft bei der Qualität der Inhalte", kritisiert Fraunhofer-Forscher Münzer. Viele Anbieter hätten es sich zu einfach gemacht und ihre Lerninhalte nicht auf das neue Medium zugeschnitten, sagt Münzer. Da seien Bücher und Vorträge einfach auf eine CD-ROM gebrannt worden, ohne diese multimedial aufzubereiten. "Andererseits sind Plattformen für das Lernen im Netz oft mit technischen Finessen überfrachtet, hinter denen sich halbherzige Lösungen verbergen", ärgert sich der E-Learning-Experte. Web-Chat-Techniken und Audio-Videokonferenzen seien zwar sinnvolle Technologien, doch müssten diese sinnvoll verknüpft werden.

Wie das geschehen kann, untersuchen die Fraunhofer-Forscher zurzeit in einem dreijährigen Projekt des Bundesforschungsministeriums gemeinsam mit Projektpartnern - darunter sind auch SAP und das Berufsförderungszentrum Maximiliansau in Rheinland-Pfalz. Damit beispielsweise Interaktionen zwischen den Teilnehmern beim kooperativen Lernen nicht ziellos im Chat-Room verlaufen, testen die Forscher verschiedene Softwareoberflächen, mit denen der Unterricht in den virtuellen Klassenzimmern gelenkt wird. "Die Vorhersehbarkeit des Lernprozesses ist dabei für uns ein wichtiges Kriterium", sagt Münzer. Das Fraunhofer-Institut stellt das Projekt auf der Messe "Learntec" vor, die vom 4. bis 7. Februar in Karlsruhe veranstaltet wird.

Langfristig wollen die Projektteilnehmer Qualitätskriterien entwickeln, die dazu beitragen, dass die E-LearningAngebote besser werden. Außerdem sollen technische Standards dafür sorgen, dass E-Learning-Einheiten von verschiedenen Anbietern auf einer Lernplattform kombiniert werden können.

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