Gemeinsame Erklärung: Intellektuelle und Künstler für Schröders Irak-Kurs

Gemeinsame Erklärung
Intellektuelle und Künstler für Schröders Irak-Kurs

Prominente deutsche Intellektuelle und Künstler haben sich mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Irak-Frage solidarisch erklärt. In einer gemeinsamen Erklärung wird ein Krieg gegen den Irak abgelehnt.

HB/dpa HAMBURG. "Die Gründe, aus denen dieser Krieg geführt werden soll, sind uns nicht einsichtig", heißt es in dem am Mittwoch in Hamburg veröffentlichten Text. Durch einen Krieg drohe "tausendfacher Tod von Unschuldigen" und "eine Radikalisierung der islamischen Welt".

Zu den 19 Unterzeichnern gehören die Autoren Günter Grass und Martin Walser, der Philosoph Peter Sloterdijk, PEN-Präsident Johano Strasser, der Musiker Marius Müller-Westernhagen und der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Jürgen Flimm.

Schröder habe es als erster europäischer Regierungschef auf sich genommen, vor einem Irak-Krieg zu warnen, was ihm zahlreiche Diffamierungen und den Vorwurf des Antiamerikanismus eingebracht habe. "Dieser Kritik möchten wir entgegentreten", schreiben die Unterzeichner und fügen wörtlich hinzu: "Wir halten den Vorwurf des Antiamerikanismus für töricht, weil Kritik am politischen Verhalten eines Partners keine Verletzung der Beziehungen, sondern Voraussetzung für eine fundierte Freundschaft ist."

Hier der Wortlaut des Textes:
"Es droht ein Krieg im Irak. Es droht tausendfacher Tod von Unschuldigen. Es droht eine Radikalisierung der islamischen Welt. Die Gründe, aus denen dieser Krieg geführt werden soll, sind uns nicht einsichtig
Gerhard Schröder hat es als erster europäischer Regierungschef auf sich genommen, vor diesem Krieg zu warnen. Das hat ihm zahllose politische Diffamierungen und den Vorwurf des Antiamerikanismus eingebracht.
Dieser Kritik möchten wir entgegentreten: Wir unterstützen den Kanzler und seinen Außenminister in ihrer Politik zur Irak-Frage. Wir halten den Vorwurf des Antiamerikanismus für töricht, weil Kritik am politischen Verhalten eines Partners keine Verletzung der Beziehungen, sondern die Voraussetzung für eine fundierte Freundschaft ist. Zudem wissen wir uns als Deutsche in einer besonderen Verantwortung für den Bestand der Werte, die unsere demokratischen Gesellschaften ausmachen."
Die Unterzeichner:
Manfred Bissinger
Prof. Hark Bohm
Volker Braun
Prof. Fred Breinersdorfer
Prof. Jürgen Flimm
Günter Grass
Peter Härtling
Marius Müller-Westernhagen
Prof. Oskar Negt
Moritz Rinke
Peter Rühmkorf
Prof. Peter Sloterdijk
Tilman Spengler
Friedrich Schorlemmer
Ingo Schulze
Prof. Klaus Staeck
Johano Strasser
Martin Walser
Prof. Uwe Wesel

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