Gemeinsame Erklärung
Russland und Südkorea vereinbaren engere Zusammenarbeit

Russland und Südkorea haben am Dienstag vereinbart, bei der Ausbeutung russischer Erdgasfelder zusammenzuarbeiten. In einer gemeinsamen Erklärung zum Abschluss des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin kündigten beide Staaten außerdem eine enge Kooperation in Luftfahrt, Bahnverkehr, Schifffahrt, Tourismus, Fischerei und weiteren Gebieten an.

Reuters SEOUL. Putin hatte zuvor mit seinem Kollegen Kim Dae Jung konferiert. Beide Politiker bekräftigten zudem die Bedeutung des Vertrages über die Beschränkung von Raketenabwehr-Systemen (ABM) von 1972. Damit bezieht Südkorea Position gegen die USA, die den Vertrag modifizieren wollen, um ihr Raketen-Abwehrsystem NMD zu entwickeln.

Die Zusammenarbeit bei der Erdgasförderung betrifft ein Gebiet bei Irkutsk in Sibirien. An dem Projekt ist auch die britische BP Amocobeteiligt. Außerdem ist Südkorea an der Ausbeutung von Erdöl- und Erdgasfeldern auf der Insel Sachalin im Fernen Osten interessiert sowie an anderen Bodenschätzen aus Russland.

Die Regierung in Moskau wird sich der Erklärung zufolge auch um die weitere Entspannung der Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea bemühen. Beide Staaten sind seit Jahrzehnten verfeindet und befinden sich seit dem Ende des Koreakrieges 1953 offiziell noch im Kriegszustand. Eine Aussöhnung zwischen ihnen würde die Wirtschaftsprojekte beflügeln und bislang unterbrochene Verkehrswege über die koreanische Halbinsel aktivieren. Für Südkorea würde dies eine direkte Anbindung an die Märkte Westeuropas über die russische Eisenbahn bedeuten.

ABM-Vertrag reformbedürftig

Putin bemüht sich seit längerem um eine Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea. Ein Erfolg dieser Politik könnte den USA ein Argument für ihr Raketenabwehr-Programm NMD nehmen - sie begründen es mit der Notwendigkeit der Verteidigung vor "Schurkenstaaten", zu denen sie auch Nordkorea zählen. Russland ist strikt gegen das NMD-Programm und favorisiert eine politische Strategie zum Abbau von Feindseligkeiten, die zu einer militärischen Bedrohung werden könnten.

Die USA halten den ABM-Vertrag für reformbedürftig. In der russisch-südkoreanischen Erklärung wird er indes als "Fundament der strategischen Stabilität" bezeichnet und als Grundlage für die Abrüstung von Atomwaffen und deren Nichtweiterverbreitung.

Putin und Kim setzten sich zudem dafür ein, dass die 1994 vereinbarte Einstellung des nordkoreanischen Atomprogramms durchgesetzt wird, um die atomare Bedrohung auf der koreanischen Halbinsel abzubauen.

Südkorea schlug unterdessen eine weitere Gesprächsrunde mit Nordkorea vor. Vertreter beider Staaten sollten vom 13. bis 16. März in Seoul zusammenkommen, teilte das Vereinigungsministerium mit. Nach dem historischen Gipfel der beiden Staatschefs Kim Jong Il aus Nordkorea und Kim Dae Jung im Juni des vergangenen Jahres fanden vier Treffen auf Ministerebene statt.

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