Gemeinsame Flüge geplant
Lufthansa vereinbart enge Kooperation mit polnischer Lot

Die polnische Fluggesellschaft Lot soll innerhalb des kommenden Jahres Mitglied des internationalen Airline-Verbunds Star Alliance um die Deutsche Lufthansa werden. Erster Schritt zu diesem Ziel ist ein Kooperationsabkommen, das die Vorstandsvorsitzenden von Lot und Lufthansa am Donnerstag in Warschau unterzeichneten.

WARSCHAU. In den nächsten Monaten sollen demnach mit Hilfe der Lufthansa die Standards der Lot an die der Star Alliance angepasst werden. Eine zusätzliche Code-Share- Vereinbarung sieht zudem vor, dass die Flüge zwischen Deutschland und Polen ab dem 1. Juni unter gemeinsamer Flugnummer betrieben werden. Ein finanzieller Einstieg der Lufthansa bei Lot sei indes vorerst nicht geplant.

Lot hatte dem Bündnis Qualiflyer um die Schweizer SAir Group angehört, die 25,1 % an dem überwiegend staatlichen polnischen Carrier hielt. Seit Qualiflyer mit dem Swissair-Zusammenbruch aufgelöst wurde, fehlte den Polen ein internationaler Partner. Um die Zusammenarbeit hatte außer Lufthansa und Star Alliance auch die Oneworld-Allianz um British Airways geworben. "Wir versprechen uns von der Zusammenarbeit mit Star Alliance größeren Nutzen", begründete Lot-Vorstandschef Jan Litwinski die Entscheidung. Die Star Alliance biete ein weltweites Netz "allerhöchster Standards".

In zwei Monaten wollen Lot und Lufthansa künftig Strecken von Warschau nach Frankfurt, Berlin, Hamburg, Hannover und Düsseldorf als gemeinsame Flüge anbieten. Die Fluggäste des Airline-Bündnisses bekommen zudem durch den Beitritt der Lot bessere Reisemöglichkeiten in Osteuropa. Von Warschau aus fliegen die Polen auch die drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland an. Branchenexperten begrüßten den Deal der beiden Airlines: Er werde der Lufthansa ab 2003 einen positiven Ergebnisbeitrag zwischen 20 und 30 Mill. Euro einbringen, erwartet Uwe Weinreich, Luftfahrt-Analyst der HypoVereinsbank.

Ungeklärt bleibt indes weiterhin, wer als Investor die 25,1 % Anteile an der Lot übernimmt, für die das polnische Schatzministerium gemeinsam mit der Swissair-Konkursverwaltung einen Käufer sucht. Lufthansa-Chef Jürgen Weber dementierte in Warschau energisch Vermutungen, die deutsche Airline wolle sich hier engagieren: "Wir sind nur an einer Geschäftspartnerschaft im Rahmen der Star Alliance interessiert, nicht an einer Übernahme der Swissair-Anteile an Lot."

Polens Schatzminister Wieslaw Kaczmarek sagte, bisher habe sich noch keine Interessent für die Anteile gefunden. Es sei aber auch denkbar, dass die Beteiligung nicht an eine Airline, sondern an eine Investoren-Gemeinschaft verkauft würde. Nach Berichten der polnischen Presse hat die skandinavische SAS Interesse am Erwerb der Anteile gezeigt.

Bei der Teilprivatisierung der Lot vor einigen Jahren hatten die Lufthansa, British Airways und Swissair um die Anteile konkurriert. Den Zuschlag bekam schließlich die Swissair, weil sie das Angebot der beiden großen Europa-Airlines um 10 Mill. $ übertrumpfte.

Die Lot machte 2001 bei steigenden Fluggast-Zahlen einen Verlust von 639 Mill. Zloty (177 Mill. Euro) nach einem kleinen Gewinn im Jahr 2000 von 28,2 Mill. Zloty. Die Airline-Flotte umfasst derzeit 50 Flugzeuge ausschließlich westlicher Hersteller mit einem Durchschnittsalter von fünf Jahren.

Quelle: Handelsblatt

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