Gemeinsame Konferenz
Russland und Nato verstärken Zusammenarbeit

Russland und die Nato wollen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus stärker kooperieren. Einen Tag nach dem Beschluss des Bündnisses zur Erweiterung um sieben Länder aus dem früheren kommunistischen Machtbereich forderte der russische Außenminister Igor Iwanow am Freitag in Prag, die Zusammenarbeit der Nato mit Moskau müsse das Fundament einer neuen euro-atlantischen Sicherheitsarchitektur werden.

HB/dpa PRAG. Am 9. Dezember veranstalten Russland und die Nato in Moskau eine gemeinsame Konferenz zur Rolle des Militärs im Kampf gegen den Terror.

Moskau werde die Beschlüsse der Nato zur Erweiterung und zur militärischen Modernisierung sorgfältig prüfen und dann entsprechende Schritte unternehmen, sagte Iwanow. Nato-Generalsekretär George Robertson bekräftigte erneut, dass die Nato-Erweiterung nicht gegen die Sicherheitsinteressen Russlands gerichtet sei.

Iwanow und die Außenminister der Allianz waren nach Abschluss des Gipfels im so genannten Nato-Russland-Rat in Prag zusammengetroffen. In dem Gremium, das im Mai gegründet wurde, entscheidet die russische Regierung gleichberechtigt mit den Nato-Ländern.

Iwanow reagierte gelassen auf den Beschluss der Nato, erstmals auch frühere sowjetische Republiken - Estland, Lettland und Litauen - aufzunehmen. Die Frage eines künftigen Nato-Beitritts Russlands stellt sich nach Worten Iwanows nicht. "Russland selbst hat diese Frage nie gestellt", sagte er.

Aus den Gipfelerklärungen gehe hervor, dass die Nato Russland nicht mehr als Gegner, sondern als Partner angesichts neuer Herausforderungen betrachte, sagte Iwanow. Moskau habe immer unterstrichen, dass eine "mechanische Erweiterung" der Nato bei Beibehaltung der militärischen Strategien aus dem Kalten Krieg kaum den neuen Sicherheitsanforderungen im euro-atlantischen Raum entspreche. Wenn die Nato ihre militärische Transformation aber wie angekündigt umsetze, würden sich die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Russland sogar vergrößern, sagte Iwanow.

Großen Raum beim Nato-Russland-Rat nahm laut Robertson das Geiseldrama in Moskau im Oktober ein, bei dem tschetschenische Rebellen hunderte Menschen in einem Theater gefangen genommen hatten. Es gebe einen politischen Weg zur Lösung des Tschetschenien- Konflikts, sagte Robertson. Nach den Worten Iwanows hat die Geiselnahme das Ausmaß der Bedrohungen durch den Terrorismus demonstriert.

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