Gemeinsame Motorenentwicklung
Daimler und Hyundai gehen aufeinander zu

Die Daimler-Chrysler AG denkt darüber nach, die Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Autokonzern Hyundai Motor Co. erheblich auszubauen.

ga TOKIO. Konkrete Überlegungen gebe es zur gemeinsamen Entwicklung eines Benzinmotors sowie zur Produktion von Hyundai-Fahrzeugen in dem nicht ausgelasteten A-Klasse-Werk in Brasilien. Das sagte Jürgen Hubbert, das für das Pkw-Geschäft zuständige Vorstandsmitglied von Daimler-Chrysler, dem Handelsblatt am Rande der Tokio Motor Show.

Hyundai hatte zuvor in Tokio deutlich gemacht, dass man über die Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung, Verkauf und Beschaffung berate. Zudem lote man unter Einbeziehung von Mitsubishi Motors aus, wie man Benzinmotoren gemeinsam nutzen könne.

Mercedes hält 37 % an Mitsubishi

Hubbert erklärte dazu einschränkend, in Asien habe für den Konzern gegenwärtig die Unterstützung von Mitsubishi Motors Priorität. An Mitsubishi hält der Stuttgarter Konzern 37 %, an Hyundai ist Daimler-Chrysler mit 10 % beteiligt. Mit Hyundai prüfe man vor allem die Frage, wo es weitere Projekte geben könne. Bei diesem "Abklopfen von Ideen" werde an mehreren Stellen über die Entwicklung eines Motors nachgedacht.

Außerdem sei Hyundai Motor an der Nutzung des unausgelasteten Daimler-Werkes in Brasilien interessiert. Sollte dies realisiert werden, wäre beiden Seiten gedient, Hubbert: "Für Hyundai ergibt sich ein relativ einfacher Einstieg in diesen Markt, für uns eine Verbesserung in diesem Werk." An der schlechten Auslastung werde sich angesichts der Konjunkturschwäche in Nord- und Südamerika kurzfristig kaum etwas ändern.

Dass die Koreaner die Kooperation vor allem in Forschung und Entwicklung sehr ernst nehmen, wird sich in Deutschland zeigen. Auf der Motor Show sagte ein Sprecher von Hyundai Motor, dass das Personal im deutschen Entwicklungszentrum kurzfristig aufgestockt werde. Künftig sollen dort mindestens 150 Beschäftigte arbeiten, bisher hatte das Forschungszentrum lediglich 60 Mitarbeiter.

Geschäftsaussichten schwer prognostizierbar

Zu den Geschäftsaussichten für das kommende Jahr sagte Hubbert, sie seien selten so wenig vorausschaubar gewesen wie heute. Die Lage sei in den Märkten unterschiedlich: In Europa gebe es "ein leichtes Minus", für das fast ausschließlich Deutschland verantwortlich sei. In Asien sei die Nachfrageentwicklung "sehr verhalten", in den USA dagegen durch die Sonderfinanzierungen "künstlich stabilisiert".

Insgesamt gebe es "im Moment"" jedoch keine Änderung der Investitionspläne, betonte Hubbert: Wie in den vergangenen zehn Jahren solle auch in der kommenden Dekade im Bereich Mercedes-Benz jährlich in einer Größenordnung von 2,5 Mrd. Euro investiert werden, um die Produktpalette weiterzuführen.

Hubbert machte deutlich, dass er mit anhaltendem Wachstum in der Premiumsparte rechnet. Herstellern, die sich schon in diesen Segment bewegten, müssten diese Chance nutzen. Inzwischen planten auch Massenhersteller, Premiumprodukte anzubieten. "Es wird genauso Wettbewerb geben wie in anderen Segmenten auch", zeigte sich Hubbert entschlossen, die Herausforderung anzunehmen. Hubbert machte dabei deutlich, dass er einen ernsthaften Vorstoß von Toyota in die Luxussparte auf den europäischen Markt als besondere Herausforderung ansieht.

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