Gemeinsame Netzinfrastruktur soll bis zu 40 Prozent der Investitionskosten sparen
Neue UMTS-Technik kommt 2002

Die Telekom-Netzausrüster entwickeln eine neue Software, die den kooperationswilligen UMTS-Lizenznehmern sparen helfen soll. Die Ausrüster hoffen, so den flächendeckenden Netzausbau voranzutreiben.Die komplette Technik für die geplanten Kooperationen der UMTS-Lizenznehmer beim Aufbau der neuen Mobilfunknetze wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr marktreif sein.

HB DÜSSELDORF. Software-Entwickler arbeiten mit Hochdruck an einer Sende- und Empfangsanlage, über die mehrere Anbieter unabhängig voneinander funken können. Dies macht die milliardenteure UMTS-Infrastruktur wesentlich billiger. "Im zweiten Halbjahr 2002 können wir die Technik liefern", sagt Lothar Schwemm, Manager beim finnischen Handyhersteller Nokia Oy und für die UMTS-Einführung in Deutschland verantwortlich. Beim kanadischen Ausrüster Nortel Networks Corp. steht ein entsprechendes Gerät voraussichtlich Anfang 2003 zur Verfügung. Und auch die Konkurrenten Siemens AG, L.M. Ericsson Telephone Co., Lucent Technologies Inc. und Motorola Inc. tüfteln an eigenen Lösungen.

Mit der neuen Technik können die UMTS-Anbieter alle Kooperationsmöglichkeiten ausschöpfen, die die Lizenzauflagen zulassen. In der vergangenen Woche hatte die Telekom-Regulierungsbehörde die gemeinsame Nutzung von Sende- und Empfangsanlagen erlaubt. Vorher war es nur möglich, dass sich die Betreiber Grundstücke, Masten und die Stromversorgung teilen sowie auf das Netz der Konkurrenz in Regionen zurückgreifen, wo sie keine eigene Infrastruktur haben.

BT und Deutsche Telekom gehen UMTS-Netzehe ein

Die British Telecommunications Plc. (BT) und Deutsche Telekom AG haben am Dienstag als erste eine solche UMTS-Netzehe verkündet. Sie wollen die neuen Netze in Großbritannien und Deutschland gemeinsam hochziehen und zusammen insgesamt 5 Mrd Euro sparen. Weitere Kooperationen werden vorbereitet. E-Plus, Mobilcom AG und der Neueinsteiger auf dem deutschen Mobifunkmarkt, Group 3G verhandeln über UMTS-Allianzen. Man könne dabei bestehende Partnerschaften fortsetzen, sagt E-Plus-Chef Uwe Bergheim. Mobilcom und Group 3G haben mit Bergheim bereits vereinbart, das heutige GSM-Mobilfunknetz von E-Plus zu nutzen.

Bei den erhofften Ersparnissen gehen die Meinungen der Unternehmen weit auseinander: Mobilcom-Chef Gerhard Schmid rechnet mit 2 Mrd. Euro, bei den erwarteten Investitionen in ein UMTS-Netz von 5 Mrd. Euro wären das 40 %. Das ist nach Ansicht von Experten das absolute Maximum, wenn die Betreiber alle erlaubten Kooperationsmöglichkeiten voll ausnutzen. Ernst Folgmann von Group 3G hält eine Ersparnis von einem Viertel für realistisch.

Große Teile der Technik stehen bereits zur Verfügung

Die Ausrüster haben sich bereits auf die Kooperationen vorbereitet. "Wir haben es in unsere technischen Lösungen mit einbezogen", heißt es bei Siemens. Deshalb seien neue Verhandlungen über die bereits abgeschlossenen Verträge nicht nötig. Auch große Teile der Technik stehen bereits zur Verfügung - man könne mit dem Aufbau der UMTS-Netze schon beginnen. "Die noch fehlende Software kann später eingespielt werden", sagt Nokia-Manager Schwemm.

Die Befürchtungen, dass die geplanten Kooperationen den Telekom-Ausrüstern zunächst weniger Aufträge bescheren, weisen die zuständigen Manager zurück. "Uns sind gesunde Kunden lieber als solche, die sich übernehmen", sagt Scott Wickware, UMTS-Manager bei Nortel. Er geht - genau wie Nokia-Manager Schwemm - eher davon aus, dass die Kooperationen den Netzausbau vorantreiben werden. Auch Siemens hat keine Befürchtungen: "Das Volumen könnte für uns eher größer werden, da wir dann für beide Betreiber bauen könnten", sagt ein Siemens Siemens-Sprecher. hat Verträge mit T-Mobil und D2 Vodafone abgeschlossen und hofft jetzt, dass sich der neue Telekom-Partner BT bei seiner deutschen Tochter Viag Interkom für Siemens als Netz-Lieferanten entscheiden wird.

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