Gemeinsame Pläne reifen
Internet Service Provider schließen weltweite Allianz

Die Geschäftspartner der sieben Unternehmen aus vier Kontinenten arbeiten mit dem Ziel zusammen, gemeinsam neue Märkte zu erschließen.

vwd NEW YORK. Sieben Internet Service Provider (ISP) aus vier Kontinenten, darunter auch die T-Online International AG, Darmstadt, haben am Dienstag eine weltweite Allianz für Schlüsselbereiche wie Roaming-Dienstleistungen, Inhalte und E-Commerce geschlossen. Ziel ist, jedem der beteiligten Unternehmen zu ermöglichen, in neue Märkte vorzudringen, teilten die sieben in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Weitere Partnerschaften sollen folgen, wenn das Projekt Erfolge aufweist.

Zu den beteiligten Unternehmen gehören neben T-Online der US-Ableger von EarthLink Inc, die japanische Nifty Corp (Geschäftsbereich von Fujitsu Ltd), Netvigator (Teil der Pacific Century CyberWorks Ltd, Hongkong), SingNet (Tochter der SingNet PTE Ltd, Singapur), Unitel (Unitel Co./Samsung, Südkorea) und die brasilianische Universo Online Ltda (UOL). Analysten halten die Allianz der Unternehmen in der zweiten Reihe gegen die schnell wachsenden Marktführer wie American Online Inc, Dulles, und die kürzlich fusionierte Terra Lycos für sinnvoll.

"In diesem Spiel geht es um das Gleichgewicht. Auf einer gemeinschaftlichen Basis hat man mehr Gewicht, alleine nicht", sagte Youssef Squali, Internetanalyst bei ING Barings, New York. "Die Unternehmen versuchen, ihre Marketingleistungen zu bündeln, da sie wissen, dass sie einzeln keine Leistungen in diesem Umfang erbringen können." Alle diese zweitrangigen ISP seien im zweiten Gang steckengeblieben. Die Allianz sei ein einfacher Weg, um sie zu stärken, fügte er hinzu. Gleichzeitig werde den Unternehmen ermöglicht, teure Verträge mit Werbeagenturen und Content-Anbietern abzulehnen.



Zusammenarbeit kommt auch den Nutzern zu Gute

Die Partnerschaft soll es den Nutzern eines Dienstes ermöglichen, Zugang zu den Diensten der anderen sechs Unternehmen zu erhalten. Gleichzeitig sollen neue Dienste und Technologien entwickelt werden, die zu neuen internationalen Internetstandards führen. Nach Ansicht von Analysten ist es noch zu früh für Spekulationen, was bei der Zusammenarbeit bei Themen wie Technologie, E-Commerce und Content herauskommt. "Der Plan klingt auf dem Papier sehr attraktiv, aber es hängt alles von den Details ab. Und davon haben wir bislang noch nicht viel gehört" sagte ein Anayst einer brasilianischen Außenhandelsbank. EarthLink-Sprecher Dan Greenfield teilte mit, die sieben Teilnehmer seien derzeit dabei, die Details zu klären. Die angekündigte Allianz sei ein "Anfang für die Unternehmen, ihre Grenzen zu erweitern."

Alle Teilnehmer gehören zu den erfolgreichsen ISP in ihren jeweiligen Märkten. Insgesamt bedienen sie mehr als 20 Millionen Kunden. AOL hat dagegen rund 23 Millionen Abonnenten. T-Online, die Internet-Tochter der Deutsche Telekom AG, bedient als Europas führender ISP mehr als acht Millionen Kunden in Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und Portugal. Nifty hat rund vier Millionen Kunden und damit die größte Abonnentenzahl unter Japans Internetunternehmen. EarthLink besitzt mehr als vier Million Kunden und ist damit der zweitgrößte ISP in den USA. SingNet, Netvigator and UOL gelten als die größten ISP in ihren jeweiligen Märkten.

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