Gemeinsame Softwaresysteme
SAP und SITA nehmen kleinere Luftfahrtunternehmen ins Visier

BRÜSSEL. Das Softwareunternehmen SAP und der Anbieter von Airline-Informationssystemen SITA wollen gemeinsam Softwaresysteme für Luftfahrtunternehmen anbieten. Das Gemeinschaftsunternehmen wird als unabhängiger Software-Systemanbieter (Application Service Provider, ASP) gegründet und bietet Airlines und anderen Luftfahrt-Unternehmen Software sowie Support-Dienste für deren wichtigste Geschäftsabläufe (Finanzen, Personal-Management, E-Business und Wartung/Instandhaltung) an.

Das System ist vor allem auf die Bedürfnisse kleinerer Unternehmen zugeschnitten, für die sich der Aufbau eigener Systeme nicht lohnt. Die meisten großen Airlines und Luftfahrtunternehmen setzen bereits SAP-Software ein. Die in Genf ansässige SITA, die 1949 von elf Airlines zur Entwicklung von Telekommunikations- Dienstleistungen gegründet worden war, bedient mit ihrem Daten- und Informationsnetz weltweit über 1 800 Kunden, von denen rund 700 SITA-Mitgesellschafter sind. SITA bietet ferner spezielle Computerprogramme an, die für Airlines zum Beispiel die Reservierungen, Luftfracht und Terminplanung abwickeln oder für Flughäfen die Instandhaltung überwachen.

Die neue Software wird den Kunden von einem zentralen Server aus über das SITA-Netzwerk zur Verfügung gestellt. Abgerechnet wird per Zugriff. Über das Netzwerk haben die Kunden außerdem Zugriff auf die einschlägigen E-Marktplätze der Luftfahrt-Branche. Nach Berechnungen von SITA und SAP wird der Markt für Software-Anwendungen in der Luftfahrtbranche bis 2003 auf 1,8 Mrd. $ wachsen. Hieran versprechen sich beide Unternehmen einen bedeutenden Anteil. Ein konkretes Umsatzziel wollten sie allerdings nicht nennen. Der Strategie-Vorstand von SITA, Rene Azoulai, erwartet aber, dass das neue Gemeinschaftsprojekt den SITA-Umsatz (1,6 Mrd. $ in diesem Jahr) schon in wenigen Jahren um mehrere hundert Mill. $ erhöhen wird.

Ihre ersten Kunden wollen die Partner im Frühjahr beliefern. Wie viel Kapital sie bisher schon in das Vorhaben investiert haben - die Entwicklungsphase läuft seit März - darüber wollten beide sich nicht äußern. Für den SITA-Strategen Azoulai liegt die Herausforderung für das Vorhaben nun darin, die kleineren Luftfahrt-Unternehmen für das Produkt zu gewinnen. Erfahrungsgemäß zögern die kleineren Spieler mit dem Einsatz von Software, die über den Server des Anbieters läuft, und für die pro Zugriff bezahlt werden muss. Ein Plus des neuen Vorhabens ist aber, dass der Markt noch nicht verteilt ist, da die Software- und Netzwerkunternehmen sich bisher auf die großen Unternehmen konzentriert haben.

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