Gemeinsamer Auftritt
Clinton trommelt für Obama

Colorado, Michigan, Minnesota und Wisconsin: In den vier besonders umkämpften US-Bundesstaaten führt der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama laut Umfragen deutlich vor seinem republikanischen Konkurrenten John McCain. Und Obamas frühere Rivalin Hillary Clinton will jetzt dafür sorgen, dass dieser Vorsprung noch größer wird.

HB WASHINGTON. In den Schlüsselstaaten liegt Obama zwischen fünf und 17 Prozentpunkten vorne, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag, das gemeinsam mit der „Washington Post“ und der Quinnipiac Universität (US-Bundesstaat Connecticut) die Umfrage gemacht hatte. Obama habe vor allem bei Frauen, Angehören von Minderheiten sowie nicht parteigebundenen und jungen Wählern einen deutlichen Vorsprung. Erstaunlicherweise führe Obama auch bei den Wählern über 55 Jahren, schrieb die Zeitung. Diese Altersgruppe favorisierte bisher vor allem Republikaner.

Obamas ehemalige Konkurrentin Hillary Clinton hat indes ihre Anhänger zum leidenschaftlichen Kampf für einen Wahlsieg Obamas aufgerufen. Bei einem gemeimsamen Auftritt in Washington warf sich die Senatorin kräftig ins Zeug für die Demokraten-Hoffnung. „Wir Demokraten sind eine Familie... und wir werden alles tun, um das Weiße Haus zurückzugewinnen“, sagte sie. „Wir müssen es zu einer Priorität unseres Lebens machen, dass Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird“, rief Clinton ihren Anhängern zu.

Sie persönlich werde mit vollem Einsatz für „meinen Freund Senator Barack Obama“ und für einen demokratischen Wahlsieg am 4. November über den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain kämpfen, versicherte sie. „Ich werde Hillary in diesem Wahlkampf an meiner Seite brauchen und ich werde Sie alle brauchen“, betonte Obama.

Obama und Clinton in „Einigkeit“

Am Freitag wollten Obama und Clinton zudem symbolträchtig in dem Städtchen Unity (deutsch: Einigkeit) erstmals seit dem Ende der Vorwahlen gemeinsam vor die Öffentlichkeit treten und die Demokraten zur Einigkeit aufrufen. Der erbitterte Zweikampf um die Präsidentschaftsnominierung hatte die Demokraten monatelang gespalten. In der Kleinstadt Unity in New Hampshire hatten beide Kandidaten bei der Vorwahl im Januar jeweils 107 Stimmen erhalten.

Bei der Veranstaltung in Washington hatte Obama seiner früheren Konkurrentin zum Abbau ihrer Schulden einen Scheck in Höhe von 4600 US-Dollar (2920 Euro) überreicht. Im monatelangen Vorwahlkampf hatte Clinton Schulden in Höhe von 22 Millionen Dollar angehäuft. Obama hatte auch auf seiner Website seine Anhänger aufgefordert, Clinton mit Spenden zu helfen. Der Kampf um die US-Präsidentschaft wird 2008 zum teuersten Wahlkampf der Geschichte, er wird deutlich über eine Milliarde Dollar kosten. Allein die in Washington versammelten Clinton-Unterstützer hätten nach Angaben des Clinton-Wahlkampfchefs Terence McAuliffe zusammen 230 Millionen Dollar für Clinton gespendet, berichtete die „Washington Post“.

Vor dem Mayflower-Hotel in Washington, in dem die Veranstaltung stattfand, gab es aber auch Proteste von einigen Dutzend Clinton-Anhängern, die sich vehement gegen die Unterstützung Obamas wandten. Er werde McCain wählen, sagte Bob Kunst aus Miami Beach (Florida) der „Washington Times“. Umfragen hatten gezeigt, dass zumindest zum Ende der Vorwahlen eine starke Minderheit der Clinton-Anhänger lieber den Republikaner als den schwarzen Senator aus Illinois wählen wollten. Aber auch auf der Veranstaltung musste sich Obama kritischen Fragen der Clinton-Anhänger stellen: Ein Mann habe Obama aufgefordert zuzugeben, dass die Senatorin auch sexistischen Angriffen im Wahlkampf ausgesetzt gewesen sei, berichtete die „Washington Post“. Obama habe dem zugestimmt.

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