Gemeinsames Angebot
Angeblich neue Allianz im Bieterwettbewerb um die Veag

Die Karlsruher ENBW Energie Baden-Württemberg AG und der amerikanische Energiekonzern NRG Energy wollen ein gemeinsames Angebot für die zum Verkauf stehenden Veag-Anteile abgeben.

dpa BERLIN. Im Bieterwettbewerb um die Übernahme des ostdeutschen Braunkohleverstromers Veag formiert sich angeblich eine neue Allianz. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" wollen die Karlsruher ENBW Energie Baden-Württemberg AG und der amerikanische Energiekonzern NRG Energy ein gemeinsames Angebot für die zum Verkauf stehenden Veag-Anteile abgeben, um die sich auch der Hamburger Stromanbieter HEW und der US- Konzern Southern Energy bemühen.

Ursprünglich wollte sich NRG (Minneapolis/Minnesota) gemeinsam mit HEW bewerben. Die Amerikaner sind einer der weltweit größten Energieversorger und an der Mibrag mit einem Drittel beteiligt. Von der ENBW war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall, der zusammen mit den Hamburger Electricitätswerken (HEW) bietet, reagierte erneut zurückhaltend auf ein Angebot zur Zusammenarbeit des US-Konzern Southern Energy bei der Neuordnung der ostdeutschen Stromwirtschaft. "Uns verwundert, dass Southern in einer Pressekonferenz detailliert einen Vorschlag zu einer Kooperation präsentiert, ohne mit uns gesprochen zu haben", sagte Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson der "Berliner Morgenpost" (Sonntagausgabe). Die Amerikaner hatten den Schweden und HEW die "partnerschaftliche Führung" beim Berliner Stromkonzern Bewag angeboten, dabei allerdings auf einem Mehrheitsanteil beharrt.

In dem in der vergangenen Woche bekannt geworden Kompromissangebot schlägt Southern vor, dass die Bewag unabhängig von ihrer künftigen Eigentümerstruktur sowie der deutsche Vattenfall-Partner HEW gemeinsam für den Braunkohleverstromer Veag bieten soll. Eine große ostdeutsche Stromholding lehnte Southern zunächst ab. Vattenfall strebt aber den Aufbau einer Energiegruppe mit Schwerpunkt in Nordostdeutschland und europäischer Ausrichtung an. Die Mehrheit an einer solchen Gruppe aus der ostdeutschen Veag, der Hamburger HEW und der Berliner Bewag sei dafür Voraussetzung.

Nach Plänen von NRG soll die Veag selbstständig bleiben und nicht mit der Bewag und den Kohlegesellschaften Laubag und Mibrag zu einem großen Stromanbieter verschmolzen werden. Da HEW sich aber inzwischen auf eine Partnerschaft mit der Berliner Bewag konzentriere, seien die im April begonnenen Gespräche erfolglos geblieben, schreibt die FAZ. "Es haben sich Veränderungen ergeben", habe NRG-Direktor Erhard Schmeling bestätigt.

Die Bewag- und Veag-Anteile stehen zum Verkauf, weil sich die fusionierten Stromkonzerne Eon und RWE/VEW aus Wettbewerbs-Gründen zurückziehen müssen. Bisher streiten der Bewag-Aktionär Southern und HEW um die frei werdenden Bewag-Anteile. Die Neuordnung des Bewag- Besitzes ist ein Teilaspekt um die Vorherrschaft auf dem ostdeutschen Strommarkt um den Veag-Konzern.

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