Gemeinsames Nachrichtenportal geplant
ZDF schiebt T-Online an

Europas größter Internet-Anbieter hat endlich einen Partner gefunden. T-Online und das ZDF wollen im Sommer ein Nachrichtenportal starten. Die Aktie von T-Online legt deutlich zu.

HANNOVER. Über eine Zusammenarbeit mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) will die Deutsche Telekom das Geschäft ihrer Internet-Tochter T-Online beleben. Im Vorfeld der Computermesse Cebit kündigten T-Online und das ZDF den Aufbau eines gemeinsamen Online-Nachrichtendienst "heute.t-online.de" an. T-Online bekommt damit einen großen Inhalte-Zulieferer. Längerfristig soll sich "heute.t-online.de" als das führende Nachrichtenportal in Deutschland etablieren, sagte Telekom-Chef Ron Sommer. Die Internet-Tochter ist heute mit mehr als 8 Millionen Kunden nach eigenen Angaben Europas größter Internet-Provider.

Der Mangel an anspruchsvollen Inhalten - "Content" - ist für T-Online bisher eines der größten Probleme gewesen. Dies hatte unter anderem dazu geführt, dass sich die Kunden auf den T-Online-Webseiten erheblich kürzer aufhielten als auf den Seiten der Konkurrenz - mit entsprechend negativen Folgen für die Werbeeinnahmen.

Der neue Vorstandsvorsitzende Thomas Holtrop, der kurz vor Weihnachten zu der von internen Querelen geplagten Telekom-Tochter gekommen war, hatte vergangene Woche angekündigt, künftig verstärkt Inhalte anzubieten. T-Online solle zum "führenden Medienhaus im Internet" werden. Die Analysten hatten mit Skepsis reagiert - woraufhin der Kurs der T-Online-Aktie erneut kräftig nachgab. Das Papier, das mit einem Emissionpreis von 27 Euro an den Neuen Markt gekommen war, sackte unter 10 Euro ab. Heute konnte sich T-Online jedoch um über 8 % auf 10,34 Euro verbessern.

Zwei bedeutende Marken treffen sich

Durch die Zusammenarbeit mit T-Online kämen zwei bedeutende Marken zusammen, sagte ZDF-Intendant Dieter Stolte. Die bisherige Internet-Partnerschaft des Senders mit Microsoft und dem US-Fernsehsender NBC endet im August. Das soll auch der Starttermin für das neue Portal sein. Mit der Kooperation wolle das ZDF die Grundversorgung seiner Zuschauer im Internet sichern, erklärte Stolte.

Für Analyst Rainer Raschdorf von der DG Bank ist die neue T-Online-Kooperation allerdings noch "keine bahnbrechende Neuigkeit". Zwar stärke T-Online damit ihr Inhalteangebot, doch für eine Neubewertung der Aktie reiche das nicht aus. Die DG Bank stuft T-Online weiterhin mit "Reduzieren" ein. Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft sieht für den Markt der Internetanbieter insgesamt noch "längerfristigen Konsolidierungsbedarf". Große Anbieter wie T-Online könnten diese Schwächephase zwar aussitzen, "doch die Zahlen sehen eben nicht gut aus", meint Hallmann. Die Bankgesellschaft stuft T-Online mit "Akkumulieren" ein, allerdings bräuchten die Anbieter einen sehr langen Atem, schränkt der Analyst ein.

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