Gemeinsames Umsatzvolumen von 3 Mrd. Euro
Buzzi neuer Hauptaktionär von Dyckerhoff

Der italienische Zementhersteller Buzzi Unicem wird neuer Hauptaktionär der Dyckerhoff AG und bereit damit möglicherweise eine Mehrheitsübernahme des Wiesbadener Baustoffkonzerns vor.

Reuters WIESBADEN. Bereits am Dienstag verkaufte die Gemeinschaft der Familienaktionäre von Dyckerhoff beinahe ihren gesamten Bestand an Stammaktien und damit etwa 17 Prozent am gesamten Kapital der Firma, wie das Unternehmen mitteilte. In zwei Jahren hat Buzzi die Möglichkeit, den Dyckerhoff-Anteil auf 34 Prozent aufzustocken, womit die Firma ein komplettes Übernahmeangebot vorlegen müsste.

So wurde am Aktienmarkt am Mittwoch auch auf ein Angebot für den gesamten Erwerb Dyckerhoffs durch Buzzi zu einem späteren Zeitpunkt spekuliert: Die Dyckerhoff-Vorzüge zogen im Laufe des Vormittags um mehr als 15 Prozent auf 6,45 Euro an, die Stämme um 25 Prozent auf 11,25 Euro.

Im einzelnen verkauften die Nachfahren der Gründerfamilie Dyckerhoffs für 144 Millionen Euro knapp zehn Prozent der Stammaktien direkt an Buzzi Unicem und weitere rund 24 Prozent an die ebenfalls italienische Gesellschaft IMI Investments. Der Kaufpreis für dieses Paket wurde nicht genannt, dürfte aber rechnerisch zwischen 350 und 400 Millionen Euro gelegen haben.

Buzzi hat in gut zwei Jahren die Option, für 418,5 Millionen Euro das IMI-Paket zu erwerben, womit den Angaben zufolge der Anteil des italienischen Zementherstellers an Dyckerhoff auf 68 Prozent der Stämme beziehungsweise auf mehr als ein Drittel des Aktienkapitals steigen würde. Gemäß Wertpapierübernahmegesetz muss ein Investor ein Kaufangebot für die gesamte Firma vorlegen, sobald er mehr als 30 Prozent an ihr hält.

Ob Buzzi Ende 2004 das IMI-Paket erwerben will und somit die komplette Übernahme von Dyckerhoff plant, wurde zunächst nicht klar. Der Wiesbadener Konzern und das italienische Unternehmen halten seit vergangenem Jahr eine Partnerschaft, in deren Zuge Buzzi bereits gut 30 Prozent der Dyckerhoff-Stämme erworben hatte. Buzzi hält zudem einen kleineren Teil an Vorzugsaktien.

Das gesamte Aktienkapital von Dyckerhoff setzt sich nach Angaben des Unternehmens aus etwa 20,7 Millionen Stamm- und rund 20,6 Millionen Vorzugsaktien zusammen. Während die stimmrechtslosen Vorzüge überwiegend frei am Markt umlaufen, ("Freefloat") liegen die Stämme nunmehr in den Händen der vier Großaktionäre Buzzi Unicem und IMI Investments sowie beim Zementhersteller Schwenck und einer niederländischen Holding.

Der Ausstieg der Dyckerhoff-Familienaktionäre war nach Unternehmensangaben geplant: Die Gemeinschaft habe ihre Stämme lediglich im Vorgriff auf eine im Dezember 2004 fällige Verkaufsoption abgegeben.

Wie Dyckerhoff zugleich mitteilte, wollen die Familienaktionäre dem Unternehmen ein nachrangiges Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit zur Stärkung der Kapitalbasis gewähren. Auch will Buzzi Unicem im März 2003 eine fünfjährige Wandelanleihe mit Bezugsrecht für die Aktionäre von bis zu 100 Millionen Euro begeben.

Mit dem Aktiengeschäft rücken die beiden bisherigen Partner Buzzi und Dyckerhoff mit einem gemeinsamen Umsatzvolumen von derzeit rund drei Milliarden Euro und einer Zementkapazität von zusammengerechnet etwa 40 Millionen Tonnen eng zusammen. Im Zuge des Buzzi-Einstiges werde der zwischen den beiden Firmen im vergangenen Jahr geschlossene Pool-Vertrag gelöst, hieß es.

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