Gemeinschaftswährung fällt unter 1,15 Dollar
Dollar steigt auf Sechs-Wochen-Hoch

Die von den Kapitalmärkten als moderat empfundene Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed um 25 Basispunkte hat den Dollar am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Mitte Mai getrieben. Daneben profitierte die US-Währung von Spekulationen um eine Erholung der US-Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte.

rtr LONDON. "Der Markt war etwas erleichtert, dass die Fed die Zinsen nicht um 50 Basispunkte gesenkt hat", erläuterte Devisenstratege Niels Christensen von Societe Generale die Dollar-Erholung. Andere Börsianer sagten außerdem, die begleitenden Aussagen der Fed zu den Aussichten der weltgrößten Volkswirtschaft hätten Hoffnungen der Anleger auf eine bevorstehende Konjunkturerholung neuen Auftrieb verliehen. "Die Leute kommen langsam zu der Erkenntnis, dass der aktuelle Zinssenkungszyklus in den USA zu einem Ende gekommen ist", sagte Julian Jessop, Chefökonom von Standard Chartered. Die Kursverluste des Dollar in den vergangenen Monaten seien übertrieben gewesen. Zwischen dem Jahreswechsel und dem Ende Mai markierten Allzeittief von 0,8377? hatte die US-Währung knapp 14% an Wert eingebüßt. In den vergangenen Wochen machte sie einen Teil der Verluste allerdings wieder wett.

Die Fed hatte im Rahmen ihrer Zinsentscheidung vom Vorabend mitgeteilt, die jüngsten Konjunkturdaten zeigten ein Anziehen der Konsumausgaben und eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Allerdings sei die US-Wirtschaft noch nicht auf einen nachhaltigen Wachstumspfad eingeschwenkt, fügte die Notenbank hinzu.

Am Nachmittag lag der Euro bei 1,1456/60 Dollar, nach einem Stand von 1,1530/36 Dollar bei Handelsschluss in New York am Vortag. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1457 (Vortag 1,1538) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,1432 (1,1551) Dollar. Gleichzeitig verteuerte sich die US-Währung auf 118,87/90 Yen. Marktteilnehmer vertraten die Meinung, dass Japan am Mittwoch zu Gunsten des Yen in den Markt eingegriffen habe. Die japanische Notenbank hat bereits mehrfach in diesem Jahr mit Hilfe von Interventionen versucht, die Aufwertung des Yen zu stoppen. Ein steigender Yen-Kurs verteuert japanische Ausfuhren in den wichtigen Exportmarkt USA.

Junya Tanase, Global Markets Officer bei JP Morgan Chase, kommentierte die Entscheidung der US-Notenbank mit den Worten: "Das hilft dem Dollar in Bezug auf Zinsdifferenzen." Die Marktteilnehmer hätten überwiegend mit einer Herabsetzung der US-Leitzinsen um 50 Basispunkte und damit mit einer Wiederherstellung des alten Zinsabstandes zwischen den USA und dem Euro-Raum gerechnet. Durch die jüngste Zinssenkung der Fed um lediglich 25 Basispunkte auf 1,0% hat sich der Zinsunterschied zwischen den USA und Europa im Vergleich zum Frühjahr um 25 Basispunkte verringert. Die Europäische Zentralbank hatte Anfang Juni die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 2,0% gesenkt.

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