Gemeinschaftswährung fällt unter 1,18 Dollar
Euro fällt nach US-Arbeitsmarktzahlen deutlich

Besser als erwartete Daten zur Entwicklung des Arbeitsmarktes in den USA haben am Freitagnachmittag Euro-Verkäufe ausgelöst und die Gemeinschaftswährung deutlich fallen lassen.

Reuters FRANKFURT. Die Zahl der US-Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sank von April auf Mai zwar um 17 000, der Rückgang fiel allerdings geringer aus als von Analysten erwartet. Diese hatten einen Abbau von 39 000 Stellen vorausgesagt. Nach der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) bleibe der Euro aber grundsätzlich weiterhin gefragt, sagten Analysten. Vor der EZB-Entscheidung war der Euro bereits deutlich hinter sein in der vergangenen Woche erreichtes Allzeithoch von 1,1932 Dollar zurückgefallen.

Am Nachmittag notierte der Euro mit 1,1728/30 Dollar nach 1,1841/47 Dollar zu Handelsschluss am Vorabend in New York. Kurzfristig war die Gemeinschaftswährung sogar unter 1,17 Dollar gefallen. Im Referenzkursverfahren EuroFX war der Kurs des Euro noch mit 1,1823 (Donnerstag 1,1677) Dollar festgelegt worden. Die EZB hatte den Referenzkurs mit 1,1813 (1,1775) Dollar ermittelt.

Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, stieg die Arbeitslosenquote im Mai wie von Analysten erwartet auf 6,1 Prozent von 6,0 Prozent im April. Analysten zufolge sind die US-Beschäftigtenzahlen ein wesentlicher Indikator dafür, wie groß eine mögliche Zinssenkung der Fed im Juni ausfallen könnte. "Der Markt ist darüber besorgt, was die Fed als nächstes tun wird", sagte Devisenanalyst Stephen Jen von Morgan Stanley. "Nach der EZB hat sich die Aufmerksamkeit der Anleger wieder den Wirtschaftsdaten zugewandt, der Ball ist jetzt wieder auf dem Spielfeld der Fed."

Händler sagten, dass die US-Daten besser als erwartet ausgefallen seien, deute eher auf eine geringere Zinssenkung der Fed hin. In den vergangenen Monaten hatte der Euro von höheren Renditen in der Euro-Zone verglichen mit den USA profitiert, die sich aus dem höheren Schlüsselzins der EZB ableiteten. Doch hatte die EZB den Leitzins am Donnerstag erwartungsgemäß um 50 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 2,00 Prozent gesenkt. Damit verringerte sich auch der Renditeabstand zu den USA. Der US-Schlüsselzins liegt zurzeit bei 1,25 Prozent.

EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte den Zinsschritt mit gesunkenen Inflationsgefahren und der schwachen Konjunktur in der Euro-Zone begründet.Darüber hinaus hielt Duisenberg die Tür für weitere Zinssenkungen offen: "Wenn die Vereinigten Staaten selbst mit einem niedrigeren Zinsniveau als wir Handlungsspielraum haben, können Sie sich vorstellen, dass wir unseren Handlungsspielraum nicht ausgeschöpft haben."

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