Gemeinschaftswährung notiert bei 1,07 ÚS-Dollar: Euro gibt trotz Unsicherheiten in Irak-Krise nach

Gemeinschaftswährung notiert bei 1,07 ÚS-Dollar
Euro gibt trotz Unsicherheiten in Irak-Krise nach

Der Euro hat am Donnerstag trotz weiter bestehender Unsicherheiten mit Blick auf einen Irak-Krieg zum Dollar an Wert verloren.

Reuters LONDON. Händler begründeten die Kursverluste damit, dass viele Marktteilnehmer im Vorfeld der Rede von US-Außenminister Colin Powell vor dem UNO-Sicherheitsrat so genannte Short-Positionen aufgebaut hätten. "Der Markt hat vor Powell Short-Positionen in Dollar aufgebaut, weil es das Risiko gab, Powell könnte unumstößliche Beweise vorlegen, die zu einem sofortigen Krieg geführt hätten", sagte Katsunori Kitakura von Chuo Mitsui Trust. "Aber nachdem sich bestätigt hat, dass es solche Beweise nicht gibt, haben die Leute angefangen, diese Positionen zu schließen."

Nachdem der Euro am Mittwochvormittag noch auf ein Vier-Jahres-Hoch bei 1,0938 Dollar geklettert war, notierte er rund 24 Stunden später - gegen 9.45 Uhr MEZ - mit 1,0793/98 Dollar deutlich darunter. In New York war die US-Währung mit 1,0781/85 Dollar aus dem Handel gegangen.

Bei Short-Positionen vereinbaren Marktteilnehmer den Verkauf einer Währung - in diesem Falle des Dollar - bevor sie sich überhaupt damit eingedeckt haben. Dabei spekulieren sie auf einen fallenden Dollar, weil sie die US-Währung zu einem niedrigeren Kurs erwerben wollen als sie für deren Verkauf vereinbart haben. Die Dollar-Käufe im Rahmen der Auflösung von Short-Positionen lösten nach Einschätzung von Händlern einen Kursanstieg der US-Währung aus. Dieser sei aber wegen der nach der Powell-Rede weiterhin bestehenden Unsicherheit mit Blick auf Irak nur vorübergehend. "Ich denke, es gibt verschiedene Bewertungen der Powell-Rede, aber die Unsicherheit bleibt bestehen", sagte Devisenmanager Shogo Nagaya von der Bank Nomura Trust. Dies gelte damit auch für die US-Währung.

US-Außenminister Powell hatte Irak am Mittwoch erneut schwerwiegende Verstöße gegen zentrale Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen (UNO) vorgeworfen und dem Land indirekt einen Militärschlag angedroht. Während Powell auf eine schnelle Entscheidung des Sicherheitsrats drängte, sprachen sich die Veto-Mächte Frankreich, Russland und China wie der Vorsitzende des Gremiums, Bundesaußenminister Joschka Fischer, für die Fortsetzung der Waffeninspektionen in Irak aus.

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