Gemeinschaftswährung notiert über 1,09 Dollar
Zweifel an starker US-Konjunktur lässt Euro steigen

Zweifel an der Robustheit der US-Konjunktur haben den Dollar am Donnerstag belastet und damit dem Euro einen erneuten Kursanstieg ermöglicht.

Reuters FRANKFURT. Zu den Zweifeln trugen nach Einschätzung von Devisenhändlern schwächer als erwartete Zahlen von US-Unternehmen bei. "Der Dollar bleibt verletzbar durch wirtschaftliche Fundamentaldaten", sagte Analyst Mitul Kotecha vom Credit Agricole Indosuez in London. "Die Reaktionen am Devisenmarkt sind derzeit sehr asymmetrisch. Gute Nachrichten werden ignoriert, während schlechte Nachrichten wahre Ausverkäufe auslösen."

Der Euro legte zum Vorabend zu und notierte am Donnerstagvormittag bei 1,0935/37 Dollar. Am Vorabend hatte die Gemeinschaftswährung mit 1,0907/13 Dollar den New Yorker Handel beendet.

Am Mittwoch hatten zunächst starke Kursverluste bei den US-Unternehmen 3M und Coca-Cola für ein deutliches Minus des Dow-Jones-Indexes gesorgt. Nach Börsenschluss in New York hatten außerdem schwache Zahlen der Technologieunternehmen Sun Microsystems, Apple und Advanced Micro Devices zu einer Eintrübung der Stimmung beigetragen.

Nach Einschätzung der Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt kommen aber noch mehr Faktoren zu Gunsten des Euro zusammen. "Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Irak nach dem Sturz Saddams und die zunehmenden Spannungen in Richtung Syrien sowie nachgebende US-Aktienkurse begünstigten den Euro", schrieben sie in einem Marktkommentar. Nachdem die Gemeinschaftswährung am Mittwoch von rund 1,08 Dollar auf 1,09 Dollar zugelegt hatte, prognostizierten die Experten: "Für den heutigen Tag erscheint uns eine weitere Befestigung in Richtung von 1,10 Dollar möglich."

Im Tagesverlauf stehen in den USA Daten zu den Neuanträgen auf Arbeitslosenhilfe und die Umfrage der Philadelphia Fed an. Mit Spannung blicken Händler und Analysten vor allem auf die zweite Veröffentlichung, da bisher kaum Informationen über das gegenwärtige Geschäftsklima ohne die starke Belastung durch die Irak-Krise vorliegen. Für den Index der Philadelphia Fed erwarten von Reuters befragte Volkswirte im Schnitt einen leichten Anstieg von minus acht Zähler im März auf minus 4,9 Punkte im April. Der Index wird um 18 Uhr MESZ veröffentlicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%