Gemeinschaftswährung stabilisiert sich etwas
Euro-Renten bauen Gewinne angesichts stabilisiertem Euro aus

Reuters FRANKFURT. Die richtungweisenden europäischen Zinsfutures haben am Donnerstag im Verlauf des Nachmittags ihre Gewinne auf Grund der Stabilisierung des Euro bei Kursen nahe 0,83 $ ausgebaut. Händlern zufolge ignorierte der Markt dagegen die Daten zu den US-Arbeitskosten im dritten Quartal, weil den Akteuren die Entwicklung der Gemeinschaftswährung interessanter erschien. Auch die Äußerungen von EZB-Präsident Wim Duisenberg und EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hätten am Markt keine Reaktion erkennen lassen.

Der Bund-Future schloss mit 105,52 Zählern um 27 Ticks höher. Der Bobl-Future gewann 15 Ticks auf 103,67 Punkte. Am kurzen Ende notierte der Schatz-Future fünf Ticks höher mit 101,49 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte mit 100,17 nach 100,00 % zur Kasse. Sie rentierte auf diesem Niveau mit 5,22 %. Der Rex-Rentenindex büßte 0,11 % auf 110,0475 Punkte ein.

Angesichts einer fehlenden Erklärung der G-20 Notenbankchefs und Finanzminister zum Euro und schwindende Interventions- Erwartungen haben den angeschlagenen Euro am Donnerstag erneut auf ein Rekordtief gedrückt. Der Euro war bereits am Vormittag bis auf 0,8229 $ gerfallen und war damit 30 % billiger als bei seiner Einführung am 1. Januar 1999. Bis gegen 19.00 Uhr MESZ erholte sich der Euro auf 0,8289/93 $.

Obgleich zunächst mit Spannung erwartet, lösten die amerikanischen Daten zu den Arbeitskosten nach Angaben von Händlern keine Reaktion am Markt aus. Das Arbeitsministerium in Washington hatte berichtet, die Arbeitskosten seien im dritten Jahresviertel um 0,9 nach 1,0 % in den vorangegangenen drei Monaten gestiegen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt ein Plus von 1,0 % vorausgesagt.

Duisenberg sagte bei einer Veranstaltung der Internationalen Handelskammer (ICC) in Berlin, die Aussichten für die Unternehmen in der Euro-Zone seien sehr günstig. Das strukturelle und das konjunkturelle Umfeld der Wirtschaft habe sich verbessert. Duisenberg äußerte sich allerdings nicht zum aktuellen Kurs der Gemeinschaftswährung. Über die "sehr kurzfristigen Faktoren, über die in den vergangenen Tagen und Wochen viel geschrieben worden ist" wolle er nicht sprechen, sagte der EZB-Präsident. Diese seien nach seiner Ansicht "vorübergehend". Angesichts des hohen Ölpreises und des insgesamt schwachen Außenwertes des Euro könne die Inflation in der Euro-Zone

Nach Worten Issings werden die Preise in der Euro-Zone auch weiterhin mittelfristig stabil bleiben. Die Renditen langfristiger Anleihen und Umfragen zu Inflationserwartungen wiesen auf ein hohes Maß an Vertrauen in die Fähigkeit der EZB hin, ihr oberstes Ziel stabiler Preise mittelfristig zu erreichen, sagte Issing laut vorab verbreitetem Redetext am Donnerstag in Cambridge.

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