Gemeinschaftswährung verliert einen halben Cent
Hohes US-Verbrauchervertrauen kratzt am Euro

Die US-Verbraucher blicken wieder zuversichtlicher auf die Entwicklung ihrer Wirtschaft. Erstmals seit fünf Monaten ist der vom US-Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index des Verbrauchervertrauens wieder gestiegen. Er kletterte im März auf 117 Punkte von revidiert 109,2 Punkten im Vormonat. Sowohl die Einschätzung der gegenwärtigen als auch der künftigen Wirtschaftslage hat sich verbessert.

rtr/dpa/vwd/HB NEW YORK. Der Euro hat am Dienstagnachnittag kurz nach dem unerwarteten Anstieg des US-Verbrauchervertrauens zur US-Währung mehr als einen halben US-Cent eingebüßt. Gegen 17.10 Uhr MESZ notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,8924/27 Dollar, nachdem sie zuvor wegen anhaltender Spekulationen über eine schnelle EZB-Zinssenkung wieder nahe an die Marke von 90 US-Cents geklettert war. Der von dem Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index des US-Konsumentenvertrauens stieg im März auf 117 Punkte nach revidiert 109,2 Zählern im Februar. Analysten hatten für März hingegen einen Rückgang auf 104,5 Punkte erwartet. Der überraschende Anstieg des Verbrauchervertrauens deutet Experten zufolge auf verbesserte US-Konjunkturaussichten hin. Dies habe dem Dollar zum Euro spürbaren Auftrieb verliehen.

Die Erholung des Verbrauchervertrauen sei vor allem auf einen verbesserten Wirtschaftsausblick für die kommenden sechs Monate und günstige Arbeitsmarktbedingungen zurückzuführen, teilte Lynn Franco, Direktor des Research Center des Conference Board, in einer Presseerklärung mit. Die jüngste Schwäche der Aktienmärkte habe scheinbar nur geringen Einfluss auf die Verbraucher-Bewertungen der zukünftigen Lage gehabt, fügte er hinzu.

USA setzen sich wieder von Europa ab

"Es sieht so aus, als könnte die US-Wirtschaft schneller wieder auf die Beine kommen als bisher gedacht", sagte Stephan Lipfert, Analyst bei der Vereins und Westbank - in Hamburg. Dagegen sehe es im Euroraum wirtschaftlich nicht so gut aus. Ein Hinweis darauf sei beispielsweise der rückläufige ifo-Geschäftsklimaindex für Februar. Hauptgrund für den Kursverfall des Euro sei, dass bei den Marktteilnehmern des Devisenmarktes das Vertrauen in die US-Wirtschaft wieder gestiegen sei.

Die US-Notenbank hatte zur Begründung ihrer Zinssenkungen wiederholt auf das eingetrübte Verbrauchervertrauen hingewiesen.

Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA fiel im Februar 2001 gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Analysten hatten im Mittel ihrer Prognosen mit einem Rückgang in exakt diesem Ausmaß gerechnet. Wie das US-Handelsministerium am Dienstag weiter mitteilte, wurde der Wert für Januar auf minus 7,3 (vorläufig: minus 6,0) Prozent korrigiert. Den Angaben zufolge verzeichneten die Auftragseingänge ex Transport ein Plus von 0,5 Prozent nach einem Rückgang von revidiert 1,6 (minus 0,3) Prozent im Januar. Ohne Einbeziehung der Rüstungsgüter belief sich das Minus auf 1,0 Prozent nach einem Rückgang von revidiert 7,2 (minus 6,0) Prozent im Vormonat.

Bei den Transportgütern wurde ein Rückgang der Auftragseingänge von 2,6 Prozent verzeichnet, nach einem Minus von zuletzt 23,7 (22,4) Prozent. Eine positive Entwicklung verzeichnete hingegen der Auftragseingang bei elektrischen Ausrüstungen, der um 6,0 Prozent anzog.

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