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Gemischter Handelsschluss an US-Börsen

Gegen Nachmittag hat es den Dow Jones Index dann doch erwischt. Das Börsenbarometer der US-Standardwerte rutschte mit 0,1 Prozent leicht in die Verlustzone. Der Index schloss auf 10 511 Zählern. Der Nasdaq Index konnte seine Punktgewinne dagegen erfolgreich verteidigen und schloss mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 2069 Zählern.

Vor allem die positiven Kommentare zum Chipsektor bescherten dem technologielastigen Index Punktgewinne. Die Aktie von Halbleitergigant Intel gehörte zur Wochenmitte zu den gefragtesten Papieren. Der Titel gewann über drei Prozent an Wert. Von der guten Stimmung profitieren auch die Titel anderer, mit der Chipindustrie mittel- oder unmittelbar verbundener Unternehmen. Die Papiere von Cisco, Sun Microsystems und Qualcomm standen neben Intel ganz oben auf der Gewinnerliste des Nasdaq Index.

Auslöser für die Freude war die optimistisch Prognose des Brokerhauses Merrill Lynch. Das Schlimmste habe der Halbleitersektor nun überstanden, lautete die Botschaft. Die globale Nachfrage habe bei den Chips die Talsohle erreicht. Die Aktienkurse der Hersteller dürften in den kommenden sechs bis zwölf Monaten leicht anziehen, so die Experten. Verschärfte Kostenkontrolle sollte den Unternehmen helfen, die Prognosen in den kommenden Monaten zu erfüllen. Mittelfristig zum Kauf empfiehlt Merrill Lynch unter anderem die Aktien von STMicroelectronics, Texas Instruments, Analog Devices, Micron Technology, RF Micro Devices und United Microelectronics. Die Titel notierten stärker.

Erfreuliche Nachrichten bei KLA Tencor unterstützten den Trend. Der Chipmaschinenhersteller legt im vierten Quartal bessere Ergebnisse vor als erwartet. Die Aktie legte fast fünf Prozent an Wert zu. Ebenfalls gefragt waren die Papiere des Internetbereichs. Nach erfreulichen Quartalszahlen von Online-Reisedienst Priceline zogen auch Amazon und Yahoo an. Priceline gewann sieben Prozent.

Dem Dow Jones Index ging am späten Nachmittag schließlich die Luft aus und Kursverluste bei Caterpillar, 3M und General Electric zogen das Börsenbarometer in die Verlustzone. Punktgewinne bei Finanzwerten wie American Express und Citigroup konnten die Verluste begrenzen. Die Aktie von General Electric verlor 1,6 Prozent, nachdem der Mischkonzern bekannt gab, gegen die Entscheidung der EU-Wettbewerbsbehörde in Berufung zu gehen. Die europäischen Wettbewerbshüter hatten die Fusion von General Electric und Honeywell wegen der dann marktbeherrschenden Stellung des fusionierten Unternehmens im Flug- und Raumfahrtbereich vor einigen Wochen untersagt. Sollte die Entscheidung rechtskräftig werden, dürfte es für GE zukünftig fast unmöglich sein, in Europa einen anderen Konzern zu übernehmen.

General Motors verlor ebenfalls an Wert, nachdem der Autokonzern im Juli einen Umsatzrückgang von neun Prozent verbuchen musste. Konkurrent Ford verkaufte 14 Prozent und DaimlerChryslers US-Ableger Chrysler drei Prozent weniger PKWs. Die Absatzzahlen der gesamten Branche fielen durchschnittlich um 4,5 Prozent. Für die Einbußen der US-amerikanischen Unternehmen ist vor allem die starke Konkurrenz aus Übersee verantwortlich. So konnten beispielsweise Toyota und Volkswagen Marktanteile hinzu gewinnen. Der Absatz von Volkswagen USA kletterte im Juli um sechs Prozent. Das Papier von Ford verlor 0,5 Prozent, GM büßte 1,5 Prozent ein. DaimlerChrysler schloss nahezu unverändert.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten kümmerten die Anleger am Mittwoch dagegen weniger. Der Nationale Einkaufsmanager-Index fiel im Juli mit 43,6 Punkten geringer aus als erwartet. Lieget das Barometer, das über die Aktivitäten der verarbeitenden Industrie Auskunft gibt, unter 50 Punkten, deutete es laut der Experten. Die schlechten Wirtschaftsdaten machen zum Ausgleich nun eine Zinssenkung auf der nächsten Sitzung der US-Notenbank wahrscheinlich. Die Mehrheit der Experten rechnet mittlerweile mit einer Senkung der Leitzinsen um 25 Basispunkte.

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