Archiv
Gemischter Handelsstart

Die Vorfreude auf das Super-Bowl Wochenende ist kräftig getrübt. Enttäuschende Quartalszahlen und Wachstumsbedenken nehmen den Anlegern heute den Spaß am "casual Friday". Telekommunikations- und Computerwerte setzen den Technologieindex unter Druck. PMC Sierra und Ericsson führen die Verliererliste des Nasdaq Index an. Intel und Microsoft belasten das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte. General Electric und Wal-Mart ziehen den Dow Jones Index jedoch auf die sichere Seite.

Auch die Hoffnung auf die baldige Senkung der Leitzinsen kann die Anleger nicht aufmuntern. Greenspan hat gestern in seiner Rede vor dem US-Bankenausschuss von einem US-Wirtschaftswachstum gesprochen, das gegen Null tendiere. Die Gefahr einer Inflation sei weitestgehend eingedämmt. Falls die US-Konjunktur weiter abkühle, würden sich Steuersenkungen positiv auf das Wachstum auswirken. Nun rechnet die Mehrheit der Anleger mit einer Zinssenkung von 50 Basispunkten. Eine Zinssenkung von 25 Basispunkten könnte die Anleger enttäuschen.



Nachdem der Nasdaq Index gestern mit Punktverlusten aus dem Rennen ging, konnten auch die nachbörslich veröffentlichten Quartalsergebnisse die Laune der Anleger nicht heben.



PMC Sierra verliert in den ersten Handelsminuten fast ein Drittel seines Börsenwertes. Nach enttäuschenden Zukunftsprognosen wird der Wert bei zahlreichen Analysten abgestuft. Der Hersteller von Telefonchips hat gestern einen Gewinn von 62,5 Millionen Dollar, oder 34 Cents pro Aktie gemeldet. Die Konsensschätzungen der Analysten für das vierte Quartal wurden damit getroffen. Doch die Nachfrage hat in allen Bereichen erheblich nachgelassen. Zudem versuchen Kunden, ihre Lagerbestände abzubauen.



Zwar leidet JDS Uniphase unter den selben Problemen, doch notiert die Aktie in den ersten Handelsminuten mit fast zwei Prozent im Plus. Auch das Glasfaserunternehmen muss vor geringeren Gewinnen warnen, da Kunden ihre Lagerbestände los werden wollen. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass Telefongesellschaften weniger investieren können. Daher prognostiziert das Unternehmen für das dritte Quartal ein Umsatzwachstum von sieben bis zehn Prozent. Analysten hatten mit mindestens zehn Prozent gerechnet. Doch auch die Konkurrenten haben unter Umsatzrückgängen zu leiden. Bereits gestern hatte Corning den Sektor mit Kursverlusten von 19 Prozent unter Druck gesetzt.



Leicht schwächer notiert Worldcom. Der Telekommunikationskonzern plane, rund 11 500 Angestellte zu entlassen, meldet das Wall Street Journal in seiner jüngsten Ausgabe. Im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen plane die Unternehmensleitung wolle vor allem Stellen in den langsam wachsenden Bereichen der Verbraucher-Ferngespräche und Telefonkarten abbauen zu wollen. Der zweitgrößte US-Telekom-Konzern wolle sich zukünftig auf den Verkauf von Datenservice an Firmenkunden zu konzentrieren.



Kursgewinne verbucht dagegen Qualcomm. Das Unternehmen will seine Gewinnschätzungen einhalten. Im laufenden Quartal hofft der Erfinder der CDMA Mobilfunktechnologie 29 Cents Gewinn einzufahren. Im vergangenen Quartal verbuchte Qualcomm einen Gewinn von 21 Cents und konnte damit die Analystenschätzungen um einen Cent schlagen. Vorbörslich steigt die Aktie bereits um vier Prozent.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%