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Gemischter Handelsstart

So fest wie sich die Futures vorbörslich präsentierten, waren sie dann doch nicht. Der Dow Jones Index notiert kurz nach Handelsbeginn in der Verlustzone. Schlechte Produktivitätsdaten und gestiegene Arbeitsstückkosten brachte die Marktteilnehmer am Morgen dennoch nur geringfügig aus dem Gleichgewicht. Anleger reagieren auf die Daten zunächst eher gefasst. Sie konzentrieren sich am Morgen zunehmend auf die jüngsten Unternehmensmeldungen.

Fast tapfer reagierten die Marktteilnehmer auf die gesunkenen Produktivitätsdaten für das erste Quartal. Statt des erwarteten Produktivitätsanstiegs von einem Prozent ging die Produktionsmenge pro Zeiteinheit in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,1 Prozent zurück. Noch im Vorquartal war die Rate um zwei Prozent angestiegen. Damit geht das Produktivitätswachstum erstmals seit sechs Jahren zurück. Die Arbeitsstückkosten stiegen dagegen um 5,2 Prozent und damit um fast 0,7 Prozent stärker als erwartet. Hierbei handelt es sich um den höchsten Anstieg seit 1997. Es sind wahrlich keine gute Nachrichten für all diejenigen, die daran glauben, dass sich die US-Wirtschaft aus eigener Kraft erholen wird.

Den Dow Jones Index kosten am Morgen die Kursverluste im Finanzsektor erneut Punkte. Nachdem die Analysten von Prudentiual Securities bereits gestern J.P. Morgan mit schlechten Kommentaren schadeten, muss American Express heute unter negativen Prognosen leiden. Die Experten von Brokerhaus Morgan Stanley stuft das Papier von "outperform" auf "neutral" ab. Auch Citigroup und J.P. Morgan stehen ganz oben auf der Verliererliste der Dow Werte.

Der Nasdaq Index dagegen profitiert von Kursgewinnen bei Cisco. Nachdem das Brokerhaus Lehman Brothers die Aktie gestern heraufstufte, erhöhen heute auch die Analysten von Morgan Stranley die Einstufung auf von "neutral" auf "outperformer". Das Kursziel sehen sie bei 25 Dollar pro Aktie. Der weltgrößte Netzwerkausrüster wird heute nach der Schlussglocke die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal bekannt geben. Im Vorfeld der Zahlen legt die Akte zu. Auch andere Technologie-Schwergewichte wie Intel und Motorola verteuern sich vor Handelsbeginn.

Nachdem 3Com gestern Arbeitsstellenkürzungen ankündigte, wetzt Dell heute das Kostenmesser. Der weltgrößte Direktvertreiber von Computern kündigte einen Monat vor Quartalsende an, in den nächsten sechs Monaten bis zu 4000 Arbeitsplätze zu streichen. Das entspricht rund zehn Prozent der Belegschaft. Bereits im Februar hatte der Konzern angekündigt, rund 1700 Angestellte entlassen zu wollen. Die Gewinnprognosen für das erste Quartal werde Dell aber erfüllen können. Die Aktie notiert fast unverändert.

Zu einem der Gewinner gehört die Aktie von Priceline. Der Internet-Einzelhändler kündigte gestern Abend einen Personalwechsel an. Chairman Richard Braddock wird nun auch den Posten des CEO übernehmen. Der Aufsichtsrat begründet den Schritt mit einer neuen Unternehmensstrategie. Oberstes Ziel: Priceline will bis Ende des Jahres einen Gewinn ausweisen. Nachdem das Unternehmen die Anleger vergangenen Woche mit einem niedrigeren Verlust als erwartet erfreute, rückte Priceline dem Ziel ein Stückchen näher.

Unerfreulich sieht es dagegen bei Online-Händler Amazon aus. Die Analysten von Prudential Securities bestätigen die Aktie von Amazon auf "verkaufen". Nachdem der Umsatz des Online-Händlers in der Vergangenheit stetig von konstanten oder wachsenden Kundenzahlen profitierte, stellen die Experten diesen Trend nun in frage und sehen weiteres Umsatzwachstum gefährdet. Das Kursziel sehen sie nun bei neun Dollar.

Guten Nachrichten gibt es von Versicherungssektor. MetLife, Amerikas größter Versicherungskonzern, konnte die Analystenerwartungen im ersten Quartal mit einem Gewinn von 49 Cents pro Aktie um zwei Cents schlagen. Enttäuschend verlief allerdings das Geschäft mit den Unternehmenspolicen. Durch höhere Einnahmen im Bereich der Automobil- und Hausratsversicherungen konnte das Unternehmen den Rückgang ausgleichen.

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