Genaue Höhe noch unklar
WestLB droht weitere Wertberichtigung

Der größten deutschen Landesbank WestLB droht in diesem Jahr erneut eine hohe Wertberichtigung. Allein der Zusammenbruch des britischen Metallhändlers RBG könnte die Bank nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" rund 200 Millionen Euro an Krediten kosten.

dpa DÜSSELDORF. Ein WestLB-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf, die genaue Schadenshöhe stehe erst nach Abschluss des Konkursverfahrens fest.

Der Londoner Metallkonzern RBG Resources steht im Verdacht, ein internationales Bankenkonsortium um insgesamt 600 Millionen Euro betrogen zu haben. Wegen der Pleite des US-Energiehändlers Enron hatte die WestLB bereits im Vorjahr eine Wertberichtigung in dreistelliger Millionenhöhe vornehmen müssen.

Zudem könnte der nicht mehr ausgeschlossene Konkurs des wankenden Oberhausener Maschinenbauers Babcock Borsig Spuren in der Bilanz hinterlassen. Die WestLB hält 8,5 Prozent der Babcock-Aktien. Deren Wert hatte sich in den vergangenen Tagen fast halbiert.

Im Fall RBG sollen große Teile der Kredite in Scheinfirmen verschwunden sein. Dem Zeitungsbericht zufolge hält der von zwei Brüdern geführte Konzern Metall- und Bergbau-Beteiligungen in Rumänien, Bolivien und Nigeria. Als in den Bilanzen Ungereimheiten auftauchten, habe die WestLB eigene Wirtschaftsprüfer eingeschaltet. Inzwischen ermitteln die britischen Finanzbehörden.

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Flaggschiff unter den deutschen Landesbanken wegen schwacher Aktienmärkte, Wertberichtigungen und Umbaukosten einen Gewinneinbruch verbucht. Der Jahresüberschuss war gegenüber dem Vorjahr um 60,5 Prozent auf 196,3 Millionen Euro geschrumpft. In Kürze will die WestLB den Vertrag zur Finanzierung des neuen Wembley-Stadions in London unterschreiben.

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