Genaue Kaufsumme noch unbekannt
Deutsche BA soll Billigflieger werden

Die britische Fluggesellschaft Easy-Jet will die zweitgrößte deutsche Airline Deutsche BA übernehmen und in eine Billigfluglinie umwandeln.

dpa/vwd MÜNCHEN. "Diese Übereinkunft gibt uns die Möglichkeit, Easy-Jet mit einem Schlag als größte Billigfluggesellschaft in Deutschland zu etablieren und unsere Wachstumschancen zu verstärken", sagte Easy-Jet - Vorstandschef Ray Webster. "Deutschland ist in Europa der größte Inlandsmarkt für den Luftverkehr, wird aber von Billigflug-Gesellschaften sehr armselig bedient, besonders im Vergleich zu Großbritannien", so Webster.

Die Muttergesellschaft British Airways hat Easy-Jet ein Kaufangebot unterbreitet hat. Das Angebot gilt bis zum 31. März 2003. Als Kaufpreis sei eine Summe zwischen 30 und 46 Millionen Euro geplant, sagte ein Sprecher der Deutschen BA. Die genaue Summe hänge vom Kaufzeitpunkt ab.

Deutsche BA erfreut

Die Deutsche BA hat die Vereinbarung begrüßt. "Unser im April gestartetes Geschäftskonzept als günstige Qualitätsfluggesellschaft in Deutschland passt sehr gut in die Strategie von Easy-Jet", sagte Hauptgeschäftsführer Adrian Hunt. Er sagte für das kommende Jahr 15 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr voraus. Der Umsatz werde voraussichtlich um sechs Prozent auf 355 Millionen Euro steigen. Mitte März hatte die Deutsche BA bereits angekündigt, sich stärker auf Billigangebote zu konzentrieren, um damit aus der Verlustzone zu fliegen.

Erst am Freitag war bekannt geworden, dass sich Easy-Jet in "fortgeschrittenen Verhandlungen" für die Übernahme seines britischen Konkurrenten Go - einer ehemaligen BA-Tochter - befindet. Easy-Jet-Chef Webster rechnet damit, plc "innerhalb von Tagen" die Go-Übernahme abschließen zu können. Einen Preis nannte er nicht. Er betonte aber: "Go ist jetzt profitabel und es ist ganz klar, dass es einen Deal zu einem korrekten Preis geben muss, der für beide Seiten vernünftig ist."

Konkurrenz wird härter

Der bisherige Marktführer, die irische Ryanair, wäre dann auf dem europäischen Billig-Flugmarkt nur noch die Nummer 2. Durch die Übernahme würde der Konkurrenzkampf zwischen Deutsche BA und der Lufthansa nach Einschätzung von Branchenkennern deutlich schärfer.

Die Übernahme der Deutschen BA durch Easy-Jet wird nach Einschätzung von Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler, den Druck auf die Deutsche Lufthansa erhöhen. "Man kann schon sagen, dass Easy-Jet ein etwas härterer Widersacher für die Lufthansa wäre als die Deutsche BA", sagte der Analyst. Der britische Billigflieger, der bislang in Deutschland kaum aktiv ist, dürfte bei einem Kauf der deutschen BA-Tochter mit Niedrigpreisen versuchen, der Lufthansa Marktanteile abzujagen.

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