Genauer Zeitpunkt der Amtsübernahme unklar
Trichet steht vor Sprung auf EZB-Chefsessel

Der Weg für Jean-Claude Trichet an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) ist endgültig frei. Die EU-Staats- und Regierungschefs sprachen sich am Wochenende einmütig dafür aus, den Gouverneur der französischen Zentralbank zum EZB-Präsidenten zu berufen.

rut PORTO CARRAS. Im Herbst soll Trichet die Nachfolge von EZB-Chef Wim Duisenberg antreten. Der genaue Termin blieb beim EU-Gipfel in Porto Carras nahe der griechischen Stadt Thessaloniki noch unklar. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte lediglich: "Das wird jetzt zügig gehen."

Formell ist es Aufgabe des EU-Finanzministerrates (Ecofin), Trichet zu nominieren. Dies solle der Ecofin-Rat bereits bei seinem nächsten Treffen am 15. Juli tun, heißt es in der Schlusserklärung des EU-Gipfels.

Anschließend muss Trichet sich einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments stellen. Dies wird voraussichtlich im September der Fall sein. Die danach nötige nochmalige Bestätigung durch die EU-Regierungschefs ist nur eine Formalität und kann im schriftlichen Verfahren erfolgen. Deshalb könnte Trichet bereits am 1. Oktober, spätestens aber am 1. November in die EZB-Chefetage einziehen.

Der Franzose war am vergangenen Mittwoch in Paris vom Vorwurf der Bilanzfälschung bei der Bank Crédit Lyonnais freigesprochen worden. Der langwierige Strafprozess hatte den Wechsel Trichets auf den EZB-Chefsessel verzögert. Vorgänger Duisenberg hatte seinen ursprünglich für Anfang Juli angekündigten Rücktritt deshalb auf einen späteren, nicht näher genannten Zeitpunkt verschoben.

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