General Electric erholt sich
Wall Street: Oscar, Brause und Fritten dominieren

Die Wall Street startet freundlich in die verkürzte Woche. In den ersten Handelsminuten verbessern sich die großen US-Indizes zunächst, eine halbe Stunde nach Börsenstart ziehen sich Anleger noch einmal zurück. Dow und Nasdaq notieren nahe der jüngsten Schlusskurse.

Historisch gesehen dürften sich Anleger auf Gewinne freuen. In 80 % der Fälle legten die US-Börsen am Montag vor Karfreitag zu. Nach einem zuletzt schwachen Handel und Verlusten für beide großen Indizes in der vergangenen Woche würde man dies gerne sehen: An den letzten fünf Handelstagen haben die Blue Chips 1,8 % verloren, die Nasdaq ist um 1 % gefallen.

Unterstützung erfährt der Markt am Morgen von Bruce Steinberg, dem Chef-Ökonom von Merrill Lynch. Der erwartet, dass die Unternehmensgewinne im S&P 500 deutlich steigen dürften. Die weiter steigende Produktivität führe zu höheren Gewinnmargen. Eine Inflation erwartet Steinberg indes nicht.

Zu den Dow-Gewinnern gehört am frühen Morgen das Papier von General Electric , das sich weiter von den Verlusten der letzten Woche erholt. Die Aktie hatte unter Druck gestanden, nachdem ein Fond-Manager die ungewöhnlich hohe Verschuldung des Industrie-Multis moniert hatte. Am Montag legt GE 1 % zu.

Um 0,5 % verbessert sich die Aktie von Coca-Cola nach einer "Kauf"-Empfehlung durch die Credit Suisse First Boston. Die Analysten wollen bei dem Brausekonzern eine erfolgreiche Restrukturierung des globalen Geschäfts feststellen, die sich auf die Ergebnisse bis 2003 auswirken dürfte. Bei JP Morgan sieht man das anders: Die Aktie sei "zu teuer", heißt es, die Experten bevorzugen Pepsi.

Das tut auch United Air Lines . Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit Coca-Cola hat der Carrier den Vertrag mit dem Getränkeriesen aus Atlanta nicht verlängert und wird Passagieren in den nächsten fünf Jahren Pepsi servieren. Papiere von Pepsi klettern um 0,7 %, und auch United-Aktionäre kaufen: Die Aktie gewinnt 2,4 %.

Unter Druck gerät McDonald's . Die Analysten von JP Morgan stufen die Aktie auf "Marktperformer" herab, und bei Morgan Stanley senkt man die Erwartungen. Die Experten empfinden die Aussichten sowohl im US-Geschäft als auch in der globalen Strategie zu "undurchsichtig", die gesteckten Ziele hält man für zu hoch. Mit einem Minus von 1,6 % ist McDonald?s am Morgen schwächster Wert im Dow Jones Index.

Ebenfalls auf dem absteigenden Ast steht der Pharmakonzern Merck . Die Prüfbehörde FDA sagt am Morgen, das Schmerzmittel Vioxx stehe in mindestens fünf Fällen in Verbindung mit einer nicht bakteriellen Form von Meningitis. Weitere Fälle würden zur Zeit geprüft. Die Aktie verliert 0,5 %.

Während die Big Caps am Morgen nahe der Null-Linie notieren, ist der Netzwerkkonzern Cisco auf dem Weg zu guten Gewinnen. Mehr als 2 % legt der Branchenriese zu, nachdem die Analysten von Lehman Brothers von steigenden IT-Ausgaben im März sprechen, die dem Unternehmen Umsatz bringen sollten. Nach einer branchenweiten Untersuchung habe man erkannt, dass nach einem schwachen Februar die Zeichen auf Wachstum stünden. Lehman Brothers setzt Cisco auf "aggressiv kaufen" und setzt der Aktie ein Kursziel auf 25 $. Zur Stunde handelt Cisco unter 17 $.

Mit Redback Networks steht ein weiterer Netzwerk-Konzern im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Das Unternehmen hat einen Großauftrag vom Telekommunikationsriesen Verizon eingeholt. Dort wird man die Breitbandkunden verstärkt über die Redback Plattform SMS bedienen, außerdem rüstet das Unternehmen mit dem Elemente-Verwalter NetOp SMS auf, um einen konstanteren Signalfluss zu gewährleisten. Redback gewinnt 6 %.

Ebenfalls zu den Gewinnern gehören die Unternehmen im Sektor der Chip-Zulieferer. Die Experten von Salomon Smith Barney setzen die Kursziele für Applied Materials, KLA-Tencor, LAM Research, Novellus und Teradyne um bis zu 25 % herauf, und die Papiere verbessern sich um zunächst jeweils 1 %.

Auch über die Oscar?s am Vorabend spricht man an der Wall Street: Während sich die Erfolge für "A Beautiful Mind" und "Herr der Ringe" auf die Aktien von AOL Time Warner und Vivendi kaum auswirken, gewinnen Papiere von Lions Gate Films. Das Studio hat "Monster?s Ball" produziert, für den Halle Berry als "Beste Schauspielerin" ausgezeichnet wurde. Ebenfalls zu den Oscar-Gewinnern gehört die Aktie von Pixar . Die Zeichentrickser gingen zwar für "Monsters AG" leer aus, holten aber mit "For the birds" einen Oscar für den besten gezeichneten Kurzfilm.

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