General Electric kündigt Bond an
Anleihemärkte in ruhigem Fahrwasser

An den Anleihemärkten in Europa und in der Euro-Zone hat sich am Dienstag nur wenig getan. Besonderen Belastungsproben waren die Renten nicht ausgesetzt - es standen keine wesentlichen Konjunkturdaten an, die den Optimismus über den wirtschaftlichen Aufschwung weiter hätten schüren können.

FRANKFURT/M. Einige Händler vertreten inzwischen sogar die Meinung, dass die gewachsene Konjunkturzuversicht in den deutlich gestiegenen Renditen bereits eingepreist ist.

Pessimistischere Naturen rechnen jedoch damit, dass es heute erneut zu fallenden Kursen und damit zu weiter anziehenden Renditen kommen wird. Denn am Nachmittag stehen die US-Einzelhandelsumsätze für Februar auf der Agenda. Erwartet wird ein Anstieg um 0,5 %, nach einem Rückgang um 0,2 % im Januar.

Einen leicht positiven Impuls bekamen die Anleihen in Europa gestern durch die Zahlen zum europäischen Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal. Das sank wie erwartet um 0,2 %. Positiv vermerkten die Händler auch die schwächeren Kurse am Aktienmarkt. Doch profitieren konnten die marktbestimmenden Termin-Kontrakte von diesen Anstößen kaum Der Bund-Future auf zehnjährige Bundesanleihen fiel bei allerdings geringen Umsätzen leicht um 0,03 Prozentpunkte auf 105,34 %. Die mittleren und kurzen Laufzeiten, der Bobl- und der Schatzfuture, konnten dagegen etwas zulegen.

In New York erklärten Händler die leichten Renditerückgänge der US-Staatsanleihen mit dem schwachen Start an der Wall Street. Im frühen Geschäft fiel die Rendite zehnjähriger Treasuries auf 5,29 %. Damit ist die Rendite seit dem 27. Februar um 0,49 Prozentpunkte nach oben geklettert. Einen so kontinuierlichen und ununterbrochenen Anstieg hatte es zuletzt im Herbst 1992 gegeben.

Trotz der Konsolidierung rechnen viele US-Bondhändler damit, dass die Renditen der Treasuries noch weiter steigen werden - unter anderem, weil immer mehr Volkswirte Leitzinserhöhungen der US-Notenbank erwarten.

Deshalb nutzten in jüngster Zeit US-Unternehmen verstärkt die noch günstigen Refinanzierungskosten am Anleihemarkt. Ein Ende der Emissionen ist derzeit nicht abzusehen. Im Gegenteil: Gestern kündigte der amerikanische Mischkonzern General Electric an, über seine Finanzierungstochter General Electric Capital Corp eine Anleihe über 6 Mrd. $ zu begeben. Dies wäre die bislang größte Einzelemission des Jahres. Geplant sind drei Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und 30 Jahren. Konsortialführer sind JP Morgan und Salomon Smith Barney.

Vergangene Woche hatten bereits der amerikanische Bauholzhersteller Weyerhaueser, der US-Telekomkonzern Sprint und General Motors Anleihen über 5,5 Mrd., 5 Mrd. und 2 Mrd. $ emittiert. Am späten Montag brachte der US-Verlag Gannet eine Anleihe über 1,8 Mrd. $.

In Euro werden diese Woche unter anderem Anleihen über 500 Mill. von Pirelli und Hilton (1 Mrd. in und £) sowie der 3 Mrd. schwere Pfandbrief der Hypo-Vereinsbank erwartet.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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