General Electric rechnet mit Kosten für Restrukturierung
Honeywell drohen bei Fusionsabbruch 1,29 Milliarden Dollar Strafe

Reuters NEW YORK. Bei einem Scheitern der geplanten Fusion des US-Mischkonzerns General Electric(GE) und des amerikanischen Technologieunternehmens Honeywell International muss Honeywell eine Konventionalstrafe in Milliardenhöhe zahlen. Der Finanzchef von General Electric, Keith Sherin, sagte am Montag vor der Presse in New York, Honeywell müsse 1,29 Mrd. $ (drei Mrd. DM) zahlen, sollte das Fusionvorhaben mit General Electric nicht zu Stande kommen. Das entspreche drei Prozent des gesamten Transaktionsvolumens von rund 43 Mrd. $. Sherin sagte ferner, dass bedingt durch die Fusion bei General Electric Sonderaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen anfallen würden, deren Höhe er aber nicht bezifferte.

General Electric will den US-Technologiekonzern Honeywell International per Aktientausch übernehmen. Durch den Zukauf würde GE seine Schlüsselposition unter anderem auf dem weltweiten Zuliefermarkt der Luft- und Raumfahrt, im Industriegeschäft und im Energiegeschäft ausbauen, hatte GE am Sonntag mitgeteilt. Analysten werteten die Übernahmepläne als sinnvoll. Erst am Freitag waren Fusionsgespräche von Honeywell mit der United Technologies gescheitert. United hatte Honeywell für 40 Mrd. $ übernehmen wollen.

Im Rahmen der jetzt erzielten Vereinbarung wird GE den Angaben zufolge für jede Honeywell-Aktie 1,055 eigene Aktien zahlen. Dies bewertet Honeywell bei den Freitagsschlusskursen auf 55,12 $ je Aktie. Am Freitag schlossen Honeywell mit 46 $ und damit um 10-5/16 $ höher als am Vortag. General Electric fielen dagegen um 3-3/8 $ auf 52-1/4 $.

General Electric teilte am Sonntag weiter mit, es sei vereinbart worden, dass GE-Chef John Welch seinen ab April geplanten Ruhestand verschiebe und bis Ende 2001 im Amt bleibe, um die Eingliederung von Honeywell umzusetzen. Die Kerngeschäfte von Honeywell würden die Geschäftsbereiche von GE perfekt ergänzen, sagte Welch. Die Fusion werde den Gewinn je Aktie um über zehn Cents steigern.

Honeywell mit Sitz im Bundesstaat New Jersey ist vor allem in den Bereichen Luftfahrtelektronik, Sicherheitssysteme und Spezialchemie tätig. Das Unternehmen hatte im Dezember des vergangenen Jahres den US-Konzern Allied Signal übernommen. General Electric ist der führende Hersteller von Flugzeugtriebwerken. Das Unternehmen bietet auch Finanzdienstleistungen an und besitzt das TV-Netz NBC.

Analysten sehen die Fusion positiv

Analysten halten den Zusammenschluss von General Electric und Honeywell für ein gutes Geschäft. Die Vizepräsidentin der Banc of America Securities, Nicole Parent, sagte: "Es ist sehr sinnvoll". Die Unternehmen passten in den Bereichen Luftfahrt, Automatisierung und Spezialchemie erstaunlich zusammen. Parent erwartet nur wenige wettbewerbsrechtlichen Probleme. Die Unternehmen hätten auf wenigen Gebieten Überlappungen, sagte sie.

Im Juni hatte Honeywell eine Gewinnwarnung veröffentlicht und im Juli seine Wachstumsprognosen reduziert. Angesichts einer sich abschwächenden US-Konjunktur und steigender Rohstoffpreise gehen Experten davon aus, dass die Gewinne erneut hinter den Erwartungen zurückbleiben könnten.

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