General: "Wir halten ein Stück Afghanistan
Der Einsatz der US-Marines begann mit einem Gebet

Ihr Einsatz begann mit einem Gebet, einer letzten Schießübung und einer Erinnerung an den Grund ihrer Mission - die US-Marineinfanteristen prägten vor ihrer Landung in Afghanistan die Silhouette des World Trade Centers auf ihre Waffen und die Zahlen "9/11" - jenes Datum, an dem Terroristen New York und Washington angriffen.

ap AN BORD DER "PELELIU" Bevor die Soldaten per Hubschrauber von der "Peleliu" in das Einsatzgebiet geflogen wurden, erinnerte sie ihr Kommandeur daran, dass genau dieses Bataillon nach dem Angriff von Pearl Harbor vor 60 Jahren gegen die Japaner kämpfte. "Vor elf Wochen wurde unser Land wieder angegriffen. Die haben diesen Kampf begonnen und ihr werdet ihn beenden", sagte Oberstleutnant Christopher Bourne zu den Soldaten.

Am Sonntagabend nahmen die Marineinfanteristen einen Flugplatz in der Nähe von Kandahar ein, der letzten verbliebenen Taliban-Bastion. "Die Marines sind gelandet, und wir halten nun ein Stück von Afghanistan", sagte General James Mattis, Kommandeur der Angriffseinheit. "Alles lief ohne Probleme", berichtete er. Weniger als 90 Minuten nach der Landung der ersten Elitekämpfer hatten diese Landelichter gesetzt und es so ermöglicht, dass ein Transportflugzeug vom Typ KC130 mit weiteren Truppen und Ausrüstung landen konnte.

Die Operation "Swift Freedom" ("Schnelle Freiheit") wurde von Bord der "Peleliu" aus dem Arabischen Golf gestartet und von Landstützpunkten, deren Lage das US-Verteidigungsministerium geheim hält. Die "Peleliu" ist das Kommandoschiff der Angriffseinheit, bekannt als Task Force 58, mit sechs Schiffen und 9 000 Marineinfanteristen und Matrosen. Mehr als 4 000 Marineinfanteristen waren insgesamt an der Landeaktion beteiligt. "Wir werden am Äußersten der Möglichkeiten unserer Maschinerie arbeiten", kündigte Oberst Peter Miller an. Kurz vor Einsatzbeginn war von Bord der "Peleliu" Gewehrfeuer zu hören, die Soldaten testeten ihre Waffen noch ein Mal. Dann packten sie ihr Marschgepäck von bis 45 Kilogramm in die wartenden Hubschrauber.

Ohne auf Widerstand zu treffen, so berichteten sie später, landeten sie am Sonntagabend auf einem privaten Flugplatz bei Kandahar. Zwei Mal war der Einsatz zuvor verschoben worden, erst von Freitag auf Samstag und dann um weitere 24 Stunden. So sollte eine bessere Vorbereitung ermöglicht werden. Der Militärgeistliche, Korvettenkapitän Donald Troast, bat für die Kämpfer um göttlichen Beistand: "Ich habe Gott gebeten, jeden von ihnen zu segnen. Um ihre Religion habe ich mich nicht gekümmert."

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