Generali bestätigt enge Zusammenarbeit
Commerzbank wohl auf der Siegerstraße gegen Cobra

Bei den Gesprächen mit dem italienischen Versicherer Generali über eine intensivere Zusammenarbeit und mögliche Erhöhung des Generali-Anteils an der Bank rechnet die Commerzbank nach eigenen Angaben vom Mittwoch mit einem baldigen Abschluss. In naher Zukunft könnte auch die spanische Bankengruppe BSCH, ebenso wie Generali ihren Anteil auf zehn Prozent verdoppeln, erwarten Analysten. Unterdessen hat die Cobra das US-Investmenthaus DLJ beauftragt, einen Käufer für ihr 17-prozentiges Commerzbank-Paket zu finden.

Reuters FRANKFURT/MAILAND. Doch Experten sehen den Einfluss der Cobra schwinden und bezweifeln, ob DLJ das Paket erfolgreich vermitteln kann. Gleichzeitig lasse es sich aber nicht vermeiden, den südeuropäischen Partnern durch höhere Beteiligungen einen größeren Einfluss einzuräumen. Auf die Frage, ob die Generali-Gespräche möglicherweise noch am Mittwoch beendet werden könnten, sagte ein Commerzbanksprecher in Frankfurt: "Wir haben immer gesagt, dass bald etwas passiert."

Generali hatte zuvor in Mailand Gespräche mit der Commerzbank über eine engere Zusammenarbeit bestätigt. Ziel sei eine engere Kooperation, insbesondere im Versicherungsgeschäft und gleichzeitiger Erhöhung des Generali-Anteils an der Commerzbank. Die Commerzbank vertreibt in Deutschland bereits die Versicherungsprodukte der Generali-Tochter AMB-Versicherungen.

Mittlerweile deutet sich nach einem italinischen Zeitungsbericht auch an, dass die Banca Commerciale Italiana BCI (rund ein Prozent) und Mediobanca (1,2 %) an einer Erhöhung ihrer Commerzbank-Beteiligung interessiert sind.

Nicht kommentieren wollte die Commerzbank einen Bericht des "Handelsblatt", wonach DLJ beauftragt beauftragt worden sei, Interessenten für das Commerzbank-Paket zu finden. Das "Handelsblatt" zitierte am Mittwoch Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofman, dass DLJ mit der Vermarktung der Beteiligung beauftragt worden sei. Die Erfolgsaussichten dieses Schrittes beurteilen Analysten skeptisch. "Die Cobra hat es selbst nicht geschafft und muss jetzt Profis nehmen. Das ist schon ein Schwächezeichen. Ob DLJ das besser kann, bleibt abzuwarten", sagte Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck in München.

Wenn die Generali und BSCH ihre Anteile tatsächlich auf jeweils zehn Prozent erhöhen, habe die Cobra keinen dominanten Einfluss mehr und wird für ihren Anteil von 17 % auch keinen Paketaufschlag erzielen können. Die Wahl von DLJ deute darauf hin, dass der Kreis potenzieller Käufer möglicherweise auf die USA ausgeweitet werde, da es in Europa bislang noch nicht geklappt hat.

Doch ob in den USA ein Käufer zu finden ist, darf ebenfalls bezweifelt werden. "Ein Käufer für das Paket in den USA ist eher unwahrscheinlich. Die Commerzbank ist angesichts der hohen Ansprüche der US-Banken im Investmentbanking noch nicht gut genug positioniert", sagte Alexander Hendricks, Bankanalyst bei ABN Amro in Frankfurt. Es zeichne sich immer mehr ab, dass Generali und BSCH aufstocken werden. Becker stuft die Commerzbank mit "market performer" und einer fairen Bewertung bei 39 Euro ein. Hendricks bewertet die Bank mit "Neutral" und einem fairen Wert von 40 Euro.

Hier der Commerzbank 3-Monatsverlauf

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