Generalprobe gegen Finnland
Zach mit Personalsorgen

Das Duell mit den finnischen "Löwen" ist fast ohne Belang, aber Hans Zach will gegen den Gastgeber keine Geschenke verteilen und mit seiner Mannschaft den Ernstfall proben. "Ein Spiel unter Belastung ist die beste Vorbereitung und deshalb ein sehr guter Test für uns", erklärte der Bundestrainer vor dem letzten Zwischenrunden-Spiel der Eishockey-Weltmeisterschaft am Dienstag (19.00 Uhr/Premiere live).

HB/ HELSINKI. Bei der Generalprobe für das Viertelfinale am Mittwoch in Turku muss Zach womöglich mit dezimiertem Personal antreten. Nach Kapitän Jan Benda und Len Soccio meldeten sich auch Daniel Kunce und Daniel Kreutzer verletzt.

Bei Verteidiger Kunce verhinderte ein "dickes Knie" die Teilnahme am Montag-Training, Stürmer Kreutzer war wegen einer Mittelfußprellung entschuldigt. "Alle wollen spielen, aber wir gehen kein Risiko ein", sagte Zach. Jan Benda (Innenbandriss) und Len Soccio (Leistenbeschwerden) müssen ihre Zwangspause vielleicht verlängern, aber im Viertelfinale gegen Kanada oder Schweden sollen alle wieder dabei sein. Trotz der Personalprobleme verlangt Zach gegen Finnland aber volle Leistung: "Wenn einer Kraft sparen will, dann bin ich der falsche Mann. Das können wir 22 Stunden am Tag.".

Bei der zweiten Niederlage des Turniers erhielten die Zach- Schützlinge kostenlosen Unterricht in punkto Torausbeute, aber das 0:4 gegen den Lehrmeister aus Tschechien blieb ohne negativen Nachwirkungen. "Die Niederlage war einen Tick zu hoch", meinte Zach, "aber die Jungs haben bravourös und taktisch sehr gut gespielt. Das lässt uns hoffnungsvoll auf die nächsten Tage blicken." Die bevorstehende Rückkehr von Benda und Soccio verleiht dem Optimismus zusätzlichen Schub. Am Mittwoch im Viertelfinale gegen Kanada oder Schweden seien beide sicher dabei, erklärte Zach.

Mit "großem Herz, Begeisterung und Disziplin" seien die Ausfälle kompensiert worden, so Zach. Das Fehlen der Leistungsträger fiel gegen die Dollar-Millionäre aus der Tschechischen Republik in der Tat kaum auf, auffällig war dagegen die mangelhafte Trefferquote. Trotz einer positiven Schussbilanz von 23:19 war das Resultat ernüchternd und der entscheidende Grund für die 35. WM-Niederlage gegen die Tschechen. "Die haben aus drei Chancen vier Tore gemacht. Das ist Weltklasse", stellte Zach bewundernd fest.

Zachs Taktik blieb gegen die Tschechen erfolglos, aber ändern wird er sein Kontersystem nicht. "Das ist von allen gefürchtet", meinte der Bundestrainer vor dem 37. WM-Spiel gegen das "Suomi"-Team, das nach dem schmerzhaften Pleiten gegen die Tschechen (1:2) und Titelverteidiger Slowakei (1:5) dem eigenen Publikum einiges schuldig ist. "Die sind heiß und hungrig. Uns erwartet ein Hexenkessel. Aber wir werden uns nicht verstecken", meinte Zach, der mit den Finnen noch eine Rechnung offen hat. Vor zwei Jahren beendeten sie mit dem 4:1 in Köln die deutschen Träume vom Einzug ins WM-Halbfinale.

Der Versuch, erstmals nach 50 Jahren unter die besten vier Teams der Welt zu kommen, soll auch in Finnland unternommen werden. "Wenn wir einen guten Tag erwischen, ist alles möglich", meinte der Mannheimer Tomas Martinec. Sogar Zach hat seine Zurückhaltung aufgegeben und glaubt, dass "etwas drin ist. Wenn wir 60 Minuten tapfer und hart arbeiten, gibt es eine Minimalchance".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%