Generationen
Die Altersverschwörung

Frank Schirrmachers "Methusalem-Komplott" lenkt den Blick auf ein zentrales Problem dieses Jahrhunderts

DÜSSELDORF. Ein Fenster der Kathedrale von Canterbury zeigt die sechs Lebensalter des Menschen: Kleinkind, Kind, Heranwachsen, junges Erwachsen-Sein, kraftvolle Mitte des Lebens, Greisenalter. Dies ist das fest gefügte Bild der Lebensbahn, wie es alle früheren Generationen sahen. Alter war selten, spielte keine entscheidende Rolle, nahm nur ein Sechstel des Lebens ein, wenn überhaupt.

Das wird in nur wenigen Jahrzehnten völlig anders sein. Im Jahr 2050 werden allein in China so viele über 65-Jährige leben wie heute auf der ganzen Welt. Die Hälfte der Deutschen wird dann voraussichtlich über 51 (heute: 40) Jahre alt sein und eine psychologische Lebensperspektive von 30 Jahren haben. Trockene Zahlen, die es in sich haben.

Frank Schirrmacher hat sie aus dem Kurvenwirrwarr der demographischen Fachpublikationen herausgeholt und in dem Buch "Das Methusalem-Komplott" derart aufbereitet, dass einem bange werden kann. Denn Schirrmacher, einer der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", bedient sich bei der Darstellung der weiteren Zukunft auch des Autors dieser Rezension einer gewissen Apokalyptik: "Dort, in dieser unendlichen Ebene ohne Gipfel und ohne Täler, dort zwischen den Aschen und Nebeln, sind wir ja selbst, sind die, die wir einmal sein werden." Dies sei das "Schattenland", das "waste land", das den heute 30-, 40- und 50-Jährigen entgegenragt.

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