Generationenwechsel
Das Ende der Spaßgesellschaft

Nach einer Studie des Forschungsinstituts "Sinus Sociovision" steht Deutschland ein Generationenwechsel ins Haus: "Nach 68er, Nullbock und Spaßgesellschaft" sei nun eine "Generation Hoch 2" im Kommen, teilte das Unternehmen am Montag in Hamburg mit.

HB/dpa HAMBURG. Zu der neuen Gruppe rechnen die Soziologen etwa zehn Millionen "junge, gebildete Menschen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren und das Leben potenziert genießen". "Die Spaßgesellschaft hat ausgedient", verkündeten die Forscher.

Das Heidelberger Institut hatte insgesamt 731 Frauen und Männer, vornehmlich im Alter bis zu 35 Jahren, am Telefon gefragt, inwieweit sich ihre Einstellungen, Werte und ihr Lebensgefühl heute von denen der vorherigen Generationen unterscheide. "Konventionen verlieren stark an Bedeutung. Arbeit und Privates verschmelzen zunehmend. Der Job steht genauso hoch im Kurs wie das Vergnügen."

Für die neue Generation sei "die Zeit von sinnentleerter, oberflächlicher Lustbefriedigung" vorbei: Neben Tatendrang und Genuss seien den Befragten vor allem Werte besonders wichtig. Gemeinsame Interessen mit Freunden zu teilen und gegenseitiger Rückhalt stünden ganz oben in der Rangliste. Ebenso familiäre Beziehungen: 90 Prozent der Befragten feiern Weihnachten am liebsten zu Hause.

Alfred Gebert, Soziologe an der Fachhochschule in Münster und Ideengeber für die Umfrage, sieht seine Beobachtungen der vergangenen Jahre nun durch die Studie bestätigt: "Die Leute fallen nicht mehr auf oberflächliches und billiges Vergnügen herein. Sie suchen nach tiefgründiger, echter Freude. Und dieser Anspruch schließt auch Leistung und Werte mit ein. Beides wurde von der Spaßgesellschaft verteufelt." Nach Meinung des Soziologen gibt es etwa alle sieben Jahre eine neue gesellschaftliche Entwicklung, aus der sich eine neue Generation entwickelt. "Der Zeitpunkt ist jetzt da."

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