Generationswechsel
Bernhard Vogel verabschiedet sich als CDU-Chef

Seine Lieblingstugend sei die Verläßlichkeit.

dpa ERFURT. Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel strahlte über beide Wangen, als er die Entscheidung über seine Zukunft als Parteichef bekannt gab. Der 67-jährige Landesvater will sich von der Parteispitze verabschieden. Damit hat er den Generationswechsel im Freistaat eingeläutet - zumindest auf Raten. Auf der Wahl im November schickt er seinen Kronprinzen Dieter Althaus ins Rennen. Und das war keine Überraschung mehr: Schließlich hat Vogel dem 42-jährigen Lehrer zuvor die Schaltstelle des Fraktionschefs anvertraut. «Althaus hat große Sympathie in der Partei», sagte Vogel.

Bevor der Erfurter Regent aus der Tür des Landesvorstands trat und seine Botschaft überbrachte, war klar, dass es sich hier um eine Weichenstellung für die jüngere Parteiriege handelt. Denn schnell wurden noch Spinnweben vom CDU-Schild entfernt. Vogel steht seit sieben Jahren an der Spitze der Thüringer Christdemokraten. Regelmäßig erhielt der Polit-Profi Traumergebnisse von mehr als 90 Prozent. «Mein Herz hängt an der Partei», sagte Vogel. «Die Entscheidung ist mir schwer gefallen.»

Doch wie zukunftsweisend die Weichenstellung ist, will der eiserne Regent nicht verraten. «Es ist jetzt meine erste und wichtigste Aufgabe, Ministerpräsident zu sein bis zum Ende der Legislaturperiode, wie versprochen», sagte Vogel. Nach der nächsten Landtagswahl 2004 will er jedoch nicht mehr als Ministerpräsident antreten. Althaus ist nach den Worten Vogels nur Kandidat für den Parteivorsitz: «Ich schlage ihn für dieses Amt vor, nicht mehr und nicht weniger.»

Weil seine Lieblingstugend aber Verlässlichkeit ist, könnte er mit dieser Entscheidung durchaus noch mehr im Sinn haben, wenn er eine langfristige Personalpolitik auch über die Landtagswahl hinaus sichern will, wie er sagt. Nun zieht es ihn wieder stärker zur Bundes-CDU. Dort war er Anfang des Jahres als Nachfolger von Wolfgang Schäuble im Gespräch und hat bei der Wahl zum Bundesvorstand auf dem Parteitag in Essen ein Ergebnis von 92 Prozent eingefahren. Die Parteifreude in Berlin können nicht genug helfende Hände gebrauchen, wie er sagt.

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