Genfer Autosalon
Luxuskarossen feiern Weltpremiere

Mit dem Maybach von Mercedes-Benz und dem Phaeton von VW feiern heute zwei Luxuskarossen bei Pressekonferenzen auf dem Genfer Autosalon ihre Weltpremiere.

rtr GENF. Aus deutscher Sicht wird es auf der am Donnerstag in Genf beginnenden Autoschau nicht gerade viele Neuigkeiten geben. Opel stellt das neue Modell des "Vectra" und die Van-Studie "Concept M" aus. Der Entwurf fällt in die Kategorie "Crossover", dem Versuch der Automobilkonzerne, neue Klassen zu erfinden und so den Absatz zu steigern. VW und Mercedes hatten neben anderen mit ihren Entwürfen "Magellan" und "GST" bereits auf der Detroiter Autoschau solche automobilen "Mischvarianten" gezeigt. BMW will in Genf mit der Studie CS 1 einen Vorgeschmack auf die kommende 1er Baureihe - das dann kleinste Modell der Münchener Autoschmiede - geben. Ebenfalls aus dem Hause BMW zu sehen sein werden diverse Varianten der im vergangenen Jahr neu aufgelegten "Mini"-Serie. Mercedes zeigt unter anderem das neue Coupe der CLK-Klasse.

Hervorstechen dürften die deutschen Autobauer auf dem Genfer Automobilsalon mit ihren Luxuskarossen. Mercedes stellt seine für Herbst geplante Super-Limousine Maybach vor, Volkswagen präsentiert den "Phaeton", und BMW stellt die Langversion seiner 7er Flaggschiff-Reihe aus.

Mit dem Maybach belebt Mercedes die Nobelmarke der 30er und 40er Jahre wieder. Benannt nach ihrem Erfinder Karl Maybach und geschmückt mit dem eigenen Label "MM" stellt die Limousine den Vorstoß Daimler-Chryslers in die absolute Spitzenklasse dar. Mit mehr als sechs Metern Länge, 550 PS, ausziehbaren Ledersitzen sowie viel Holz und allerlei technischen Raffinessen gleicht die Karosse einem rollenden Edel-Wohnzimmer. "Männer, deren Zeit viel, sehr viel Geld bedeutet, wissen den Wert eines allzeit zuverlässigen Wagens - eines Maybachs - ganz besonders zu schätzen", lautete der Werbe-Slogan im Jahr 1930. Mehr als eine Viertel Million Euro soll der neue Maybach heutzutage kosten.

Für etwas weniger Geld, aber immerhin noch bis zu rund 100.000 Euro zu haben sein wird der VW-Phaeton, zu griechisch: "Der Leuchtende". Volkswagen beschreitet mit dem oberhalb des "Passat" angesiedelten Wagens erstmals die Luxusklasse. Eigens für die Produktion der Limousine baute der Wolfsburger Konzern eine gläserne Fabrik in Dresden, die interessierten Passanten einen Blick auf die Montage erlaubt. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zählt zu den ersten Fahrern des "Phaetons" - allerdings exklusiv mit einer Standarte am linken Kotflügel.

Wirtschaftliche Perspektive weniger glänzend

BMW reiht sich in Genf mit der die Langvariante seines 7er-Modells in den Reigen der Luxus-Präsentationen ein. Um 14 Zentimeter verlängerten die Münchener den Radstand und fügten zugleich noch einige Chrom-Applikationen für mehr Eleganz hinzu. BMW hatte mit dem im vergangenen Jahr auf den Markt gebrachten neuen 7er-Modell auf Grund des Designs und vieler technischer Neuheiten für Aufsehen gesorgt. Der Konzern verspricht sich davon aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine wichtige Rolle: Im ersten Jahr der Markteinführung sollen dem Vernehmen nach mehr als 50 000 Modelle abgesetzt werden.

Nicht ganz so glänzend wie die Karossen in Genf sind die derzeitigen Perspektiven für die deutsche Automobilindustrie. Zwar halten sich die hiesigen Autobauer im Vergleich zur internationalen Konkurrenz mit ihren Wachstumsraten derzeit noch recht wacker. Dennoch sagen Experten der Branche für dieses Jahr insgesamt rückläufige Absatzzahlen voraus. Hinzu kommen "Einzelschicksale" wie die defizitäre Adam Opel AG oder der US-Autobauer Chrysler, wegen dessen der Daimler-Konzern bereits die Dividende für das vergangenen und die Gewinnprognose für das laufende Jahrm rundweg halbieren musste.

Abgesehen von Konjunktur- und Nachfrageschwäche macht sich die internationale Autobranche weiterhin mit ruinösen Preiskämpfen selbst das Leben schwer. Nach den US-Anbietern werben auch verstärkt einige europäische Hersteller mit Vergünstigungen wie etwa Nullzins-Krediten. Dies drückt empfindlich auf die Gewinnmargen, kann aber im Erfolgsfall zu Erhöhung von Marktanteilen führen.

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