Gentechnik soll Haare wachsen lassen
Haariges Geschäft

Entdecken auch Sie mit Sorge, dass sich Ihr Haaransatz unaufhaltsam nach hinten verschiebt? Dass es auf Ihrem Haupt immer lichter wird? Oder das Haar immer grauer?
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Nun, wenn Sie Vertrauen in Technologie und Geduld haben und außerdem noch gutgläubig sind, kann Ihnen vielleicht geholfen werden. Zumindest, wenn es nach Michael Blaylock geht. Mitten in der Neugründerdepression hat der Unternehmer aus San Francisco ausfallende und ergrauende Haare als Geschäftschance entdeckt.

Der Markt ist riesig - allein in den USA leiden 50 Millionen Männer und 30 Millionen Frauen unter altersbedingt starkem Haarausfall. In Deutschland sind mindestens 15 Millionen Männer betroffen. Für 50 Dollar Aufnahmegebühr und weitere 10 Dollar Jahresbeitrag nimmt Blaylocks Unternehmen Hairogenics Haarproben entgegen und lagert sie - luftdicht verpackt - in einem Kühlraum fünf Meter unter der Erde. Sie sind als Zuchtmaterial für die Zeit gedacht, in der die Gentechnikindustrie in der Lage ist, Haare am Fließband zu klonen. Vorerst dienen die Proben nur dazu, dem Friseur Vergleichsmaterial zum Haarefärben zu liefern.

"Besonders Frauen sind daran interessiert", sagt Blaylock, der seit dem Start Anfang Mai bereits 4000 Bestellungen erhalten hat. Experten halten die Haardatenbank für völlig überflüssig. Schließlich sind sämtliche Erbinformationen in jeder Körperzelle enthalten. Blaylock ficht die Kritik nicht an. "Wir konservieren die Proteine in den noch nicht gealterten Haaren, die beispielsweise die Farbe des Haars verursachen", sagt Blaylock. "Und die verändert sich schließlich mit fortschreitendem Alter."

Der Exfriseur strickt bereits eifrig am Vertriebssystem. Zunächst sollen Interessenten sich die Haare selber abschneiden oder von ihrem Friseur abschneiden lassen und an Blaylocks Firma senden. Sein Lagerraum hat Platz für rund 800 000 Proben, was bei voller Auslastung allein an Aufnahmegebühren rund 40 Millionen Dollar in Hairogenics Kassen schwemmen könnte. Eine Garantie, dass der Haarschopf auch im Rentenalter in jugendlicher Dichte glänzt, will Blaylock allerdings nicht abgeben. "Ich sehe mein Unternehmen als eine Art Versicherung", erklärt er.

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