Genügend Antibiotika gegen Milzbrand vorhanden - Schweizer Pharmakonzern hat neuen Schnelltest entwickelt
Bund legt nationalen Vorrat an Pockenimpfstoff an

Der Bund hat einen Vorrat von sechs Millionen Dosen Pockenimpfstoff angelegt. Das sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt am Mittwochabend nach einem Treffen mit ihren Länderkollegen in Potsdam. Auch Antibiotika zur Behandlung von Milzbrand seien "in ausreichender Menge vorhanden". Dies habe eine Bestandsaufnahme in den Bundesländern ergeben.

ap POTSDAM. Allerdings sei eine obligatorische Pockenschutzimpfung nicht notwendig, da keine Hinweise auf eine entsprechende Bedrohungslage vorlägen. Gleichzeitig sei bei dem Treffen erörtert worden, wie die Laborkapazitäten in den einzelnen Bundesländern besser genutzt werden könnten, sagte Schmidt. Kapazitäten seien zwar ausreichend vorhanden. Sie würden jedoch durch Trittbrettfahrer unterschiedlich stark in Anspruch genommen. Bis jetzt sei wegen verdächtiger Briefe bereits 3 100 Mal Milzbrandalarm ausgelöst worden.

Mit Blick auf Trittbrettfahrer sprach sich die Ministerin dafür aus, Ergebnisse von Milzbrand-Untersuchungen erst bekannt zu geben, wenn das Robert-Koch-Institut seine Tests abgeschlossen habe und die Ergebnisse sicher vorlägen. Dies sei in der Praxis allerdings schwer durchzuhalten.

Der Schweizer Pharmakonzern La Roche hat eigenen Angaben zufolge einen neuen Milzbrand-Schnelltest entwickelt, der auch ohne behördliche Zulassung in Deutschland eingesetzt werden könne. Ein La-Roche-Sprecher wird in der "Saarbrücker Zeitung" mit den Worten zitiert, das gentechnische Verfahren könne - zurzeit kostenlos - "für Notzwecke angefordert" werden. Nach der Zulassung will La Roche den Test für etwa 400 DM pro Einheit anbieten. Mit der DNS-Untersuchung können Anthrax-Erreger binnen einer Stunde nachgewiesen werden.

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