Genügend Sitzplätze in den Bierzelten
Wies`n-Geschäft läuft umsatzschwach an

Die Terroranschläge in den USA haben auch das Münchner Oktoberfest gewaltig verändert. In der Wirtsbudenstraße, in der nicht nur zum Auftakt in den vergangenen Jahren qualvolle Enge herrschte und ein Durchkommen schier unmöglich war, hätte in diesem Jahr ein Fahrradfahrer das Festgelände nahezu ungehindert überqueren können.

dpa MÜNCHEN. In den Bierzelten gibt es genügend Sitzplätze für die Wies'- Besucher - in früheren Jahren unvollstellbar. Und zwei Stunden nach der Eröffnung ziehen bei einem Autoscooter-Fahrgeschäft gerade mal zwei Autos einsame Bahnen.

Verhaltene Gemütlichkeit herrscht in den Bierburgen, in denen die Kapellen bei reduzierter Lautstärke Walzermelodien intonieren und eher zurückhaltend zum "Prosit der Gemütlichkeit" auffordern. Geschäftigkeit herrscht allenfalls bei den Bedienungen, die wie immer die gut eingeschenkten Maßkrüge zu den Tischen schleppen. Den Durst hat es den Wies'n-Besuchern sichtlich nicht verschlagen.

Deutlich weniger amerikanische Gäste

Während es die älteren Herrschaften eher ruhig angehen lassen, herrscht unter jungen Leuten Ausgelassenheit. Im Hofbräuzelt, der Hochburg der Amerikaner, Australier und Neuseeländer, geht es bereits am Samstag hoch her. Deutlich weniger Amerikaner sind da. Jeff Biggens aus Pennsylvania erklärt, er sei traurig darüber, was durch die Terroranschläge passiert sei. "Aber jetzt will ich Oktoberfest feiern und Bier trinken." John Bourrough aus Australien pflichtet ihm bei und sagt, man könne nicht "ewig betroffen" sein. Und die blonde Ann Carter aus London erklärt beinahe trotzig, nach dem Schrecken der vergangenen Tage wolle sie jetzt einfach feiern.

Rucksäcke und Taschen werden inspiziert

Die strengen Sicherheitsmaßnahmen auf dem größten Volksfest der Welt sind unübersehbar. Rucksäcke und Taschen werden inspiziert, über das Gelände patrouillieren immer wieder Polizisten. Wie ungewöhnlich das diesjährige Oktoberfest ist, zeigt ein Vorfall am Rande. Kurz bevor Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) das Schottenhamelzelt betreten, untersuchen zwei Sicherheitskräfte mit Taschenlampen die im Dunkeln liegenden Bodenteile der Pressetribüne. Die vielen Sicherheitskräfte mit dem Knopf im Ohr sind unübersehbar.

Selbst die Münchner Schickeria und die Prominenz sind auf Tauchstation gegangen. Auch kein bayerischer Minister lässt sich zum Auftakt an der Seite Stoibers blicken. Selbst auf der Wies'n ist nach den Anschlägen von New York und Washington vieles anders geworden.

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