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Genug gegoogelt?

Warum muss Google an die Börse? Die Kapitalgeber der ersten Stunde wollen Kasse machen, bevor die Konkurrenz der Suchmaschine zu nahe kommen.

Der geplante Börsengang von Google, dem Unternehmen hinter der gleichnamigen Internet Suchmaschine, hat Aufsehen erregt - vor allem weil man laut überlegt hatte, die Aktien zu versteigern, anstatt wie üblich eine Investmentbank damit zu beauftragen Die Schlagzeilen über die Technik des Marktganges aber greifen zu kurz.

Warum geht Google überhaupt an die Börse? Nötig hat die Firma mit einem geschätzten Jahresgewinn von 100 Millionen Dollar den Börsengang nicht. Doch die Kapitalgeber der ersten Stunde wollen ihren Anteil am Unternehmen offenbar versilbern. Nun ist das der übliche Weg für Risikokapital-Gesellschaften, sich von ihren Engagements zu verabschieden. Aber im Falle von Google scheint es sich um mehr zu handeln als um den üblichen Ausstieg.

Die Kapitalgeber beschäftigen sich mit zwei zentralen Fragen der Firmenstrategie. Dabei geht es zunächst darum, wie lange das Unternehmen seinen technischen Vorsprung halten kann. Der Aufstieg von Google erklärt sich aus der technischen Überlegenheit seiner Suchmaschine. Doch der Vorsprung vor der Konkurrenz schwindet und dürfte eines Tages ganz eliminiert werden. Vor allem Microsoft ist Google auf den Fersen und will ein technisch vergleichbares Produkt im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Der Vertriebskraft von Microsoft hätte Google wenig entgegenzusetzen.

Fraglich ist auch, ob die Firma mit der Strategie "reine Suchmaschine und sonst nichts" überleben kann. Google hält seine Konsumenten nur so lange wie die Suche dauert - das könnte in Zukunft zu wenig sein. All dies lässt die Aktie Google weniger attraktiv erscheinen. Investoren sollten das nicht vergessen, wenn der Börsengang kommt.

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