Genussschein-Check
Erst prüfen, dann kaufen

Jeder Anleger ist vor dem Kauf eines Genussscheins gut damit beraten, einen Check durchzuführen.

Die entscheidenden Fragen lauten: Gibt es einen Nachzahlungsanspruch bei einem Ausfall der Ausschüttung? Wie setzt sich die Ausschüttung zusammen? Ist ein vorzeitiger Verkauf während der Laufzeit problemlos möglich? Allein die Tatsache, dass ein Schein an der Börse notiert wird, ist noch keine Garantie für einen liquiden Markt.

Als Faustregel gilt: Das Emissionsvolumen sollte mindestens 200 Millionen Euro betragen, damit ein funktionierender Handel zu Stande kommt. Einige Emittenten organisieren darüber hinaus für ihre eigenen Scheine außerhalb der Börse einen Zweitmarkt. Wichtig sind auch die Ausstattungsdetails der Scheine. Die meisten Emissionen werden in der Regel zu einem festen Termin zum Nennwert zurückgezahlt. Der Fälligkeitstermin (in der Regel das Jahresende) ist in vielen Fällen nicht identisch mit dem Rückzahlungstermin, der meist nach der darauffolgenden Hauptversammlung ein paar Monate später erfolgt.

Wichtig sind auch vorzeitige Kündigungsrechte seitens des Emittenten. Ordentliche Kündigungsmöglichkeiten sind eher die Ausnahme. Fast alle Emittenten behalten sich die außerordentliche Kündigung vor, wenn sich zum Beispiel die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Behandlung des Genusskapitals ändern. Der Schein wird dann zum Nennwert zurückgegeben - auch wenn der aktuelle Börsenpreis darüber liegt. Genüsse im Prozent vom Nennwert werden "flat" notiert. Das heißt, die anteiligen Zinsen sind in der Notierung enthalten. Wird der Schein während der Laufzeit verkauft, kann der Anleger die zwischenzeitlich aufgelaufenen Erträge steuerfrei vereinnahmen - wenn er die einjährige Spekulationsfrist eingehalten hat.

Steuerorientierte Anleger kaufen deshalb einen Schein kurz nach dem Ausschüttungstermin, halten ihn über mindestens zwei Perioden und veräußern ihn dann wieder kurz vor der zweiten Ausschüttung. Dieses Spiel ist aber nur dann gefahrlos möglich, wenn in dieser Zeit das Zinsniveau unverändert bleibt. Bei steigenden Renditen sinken ebenso wie bei Anleihen die Kurse der Genussscheine. Dann ist ein Ausstieg unter Umständen nur mit Verlust möglich. tlu

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