Geplante Dienstwagen-Besteuerung drückt Erwartung der Autobanken
BMW-Bank gewinnt Marktanteile

Die Autobank von BMW profitiert von dem Rekordjahr des Mutterkonzerns und konnte auch bei der Neuwagen- Finanzierung zulegen. Wie andere Autobanken setzt sie auf ein erweitertes Dienstleistungsangebot. Bremsspuren könnte aber eine Erhöhung der Dienstwagen-Besteuerung hinterlassen.

mwb/rp MÜNCHEN. Eigentlich könnte Frank Stenner zufrieden sein. Der Chef der BMW Bank GmbH, die u.a. in Deutschland das Finanzierungsgeschäft für BMW - Kunden abwickelt, hat bereits Ende November mit 200 000 neuen Auto- oder Motorradfinanzierungsverträgen das Vorjahresergebnis übertroffen. Bis Jahresende sollen 215 000 Kunden den Weg zur BMW-Bank gefunden haben. Insgesamt liegt der Bestand bei 478 000 Fahrzeugen.

Allerdings hängt die drohende Erhöhung der Dienstwagen-Besteuerung wie ein Damokles-Schwert über ganzen wachstumsverwöhnten Branche (Handelsblatt, 9.12. 2002). "Wir rechnen damit dass das Geschäft schwächer wird", sagt Stenner. Immerhin sind über zwei Drittel der Kreditnehmer bei Neuwagen Firmenkunden. Er befürchtet, diese würden tendenziell auf kleinere Fahrzeuge umsteigen. Das trifft den Konzern und seine Finanzierungstochter an der empfindlichsten Stelle. Denn die BMW-Kunden greifen gewöhnlich Jahr für Jahr tiefer in die Tasche und gönnen sich immer bessere Ausstattungen.

Noch kann sich Stenner auf eine eindrucksvolle Bilanz stützen. Die Finanzierungstochter profitiert vom Rekordjahr der Konzernmutter. Mehr als jedes zweite Neufahrzeug in Deutschland wird über die BMW Bank geleast oder finanziert. Anfang 2002 lag die Rate noch bei 40 %. Damit konnte BMW der freien Konkurrenz der Autofinanzierer von Sparkassen und Banken Anteile abjagen - und das obwohl sie rund 7 % Zinsen verlangt. "Absatzsubventionierung wie bei einigen Konkurrenten über den Zinssatz kommt für uns nicht in Frage", sagt Stenner.

Allerdings geht das Geschäft nahezu aller Autobanken inzwischen weit über die klassische Finanzierung hinaus. Im Visier haben sie das private Vermögens- und Liquiditätsmanagement. Ziel dabei ist es, mit dem erweiterten Dienstleistungsangebot die Bindung an die jeweilige Marke zu festigen. Und die Automobil-Konzerne profitieren von der bisher recht positiven Entwicklung ihrer Finanzierungstöchter. So steigerten die Auto- und Spezialbanken im ersten Halbjahr den Umsatz um 19,5 % auf knapp 10 Mrd. Euro.

Vorreiter unter den Autoinstituten ist die VW VW-Finanztochter Financial Services, die zurzeit ihr Direktbankgeschäft in Europa forciert. Und die noch junge Daimler Chrysler - Bank präsentierte ihren Kunden gleich zum Start Tagesgeld, Sparpläne oder auch Kreditkarten. Der Erfolg der BMW-Bank bei der Mittelbeschaffung unterstreicht derartige Strategien. Ihr Einlagevolumen stieg um 40 % auf fast 3 Mrd. Euro. Für das Online-Tagesgeld mit 3,65 % Zinsen haben sich 40 000 Kunden entschieden, das Gesamtvolumen erreicht 1 Mrd. Euro. Durchschnittlich legt jeder Kunde 25 000 Euro an. Positiv wirkt dabei sogar die Bankenkrise. "Über 70 % der Neukunden im Anlagegeschäft waren vorher keine BMW-Kunden", sagt Stenner. Über die Hälfte der Geschäft werden online abgewickelt.

Doch der Charme liegt - wie auch für andere Autobanken - darin, wenn Anlage und Autofinanzierung verbunden werden. "Wir müssen uns da stärker bewegen", meint Stenner. Bisweilen wird aggressiv akquiriert. Und das Beackern der Kunden lohnt sich. Finanzierungsnehmer entscheiden sich in der Regel nach drei bis vier Jahren zum Kauf eines Neuwagens; Barzahler erst nach fünf bis sechs Jahren. Damit wächst auch die Bedeutung der BMW-Bank mit ihrer Kundenkartei im Konzern, der bis 2008 den Absatz von einer auf 1,4 Mill. Fahrzeuge steigern will. Rund 50 Kontakte hat die Bank zu den Kunden pro Jahr, Werkstätten dagegen nur einmal bei der Inspektion. Der Bereich BMW Financial Services steuert weltweit 390 Mill. Euro (über 10 %) zum Konzernergebnis bei.

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