Geplatzter Kaufvertrag
Süddeutschem Verlag droht Schadenersatz in Millionenhöhe

Der Süddeutsche Verlag ist von der Verlagsgruppe Weka auf 76,3 Millionen Euro Schadenersatz verklagt worden. Hintergrund ist die gescheiterte Übernahme der Fach- und Computerzeitschriftensparte von Weka durch den Süddeutschen Verlag für 157 Millionen Euro. Der Süddeutsche Verlag wies am Mittwoch die Schadensersatzforderungen zurück.

HB/dpa AUGSBURG. Die Klage sei in diesen Tagen beim Landgericht Augsburg eingegangen, bestätigte der Vorsitzende Richter der 2. Kammer für Handelssachen, Karl-Heinz Haeusler, am Mittwoch einen entsprechenden Vorabbericht des Magazins "Stern".

Nach Auffassung des Süddeutschen Verlages gebe es keinerlei Rechtsgrundlage für eine Schadenersatzforderung, sagte ein Verlagssprecher. Der Verlag sehe dem Rechtsstreit gelassen entgegen. Der Süddeutsche Verlag wies Berichte zurück, er habe den Kaufvertrag platzen lassen. Der Vertrag sei vielmehr nicht zu Stande gekommen, da der vertraglich vorgesehene Endtermin verstrichen sei, bevor eine endgültige kartellrechtliche Freigabe vorgelegen habe. Bei Weka in Kissing bei Augsburg hieß es hingegen, man gehe davon aus, dass der Kauf verschleppt worden sei. Dadurch sei Weka ein finanzieller Schaden entstanden.

Die Klage wurde dem Süddeutschen Verlag bisher nicht zugestellt. Der dafür nötige Gerichtskostenvorschuss in Höhe von 770 000 Euro sei noch nicht bei Gericht eingegangen, sagte Haeusler. Nach Angaben eines Weka-Sprecher wurde der Betrag jedoch bereits angewiesen.

Ein Gerichtstermin kann nach Haeusler Worten frühestens im Februar anberaumt werden. Ein weiteres beschleunigtes Verfahren über einen Teilbetrag von 10 Millionen Euro sei von Weka bereits eine Woche zuvor anhängig gemacht worden, berichtete Haeusler weiter. Als Gerichtstermin hierfür sei der 21. Januar festgesetzt.

Die beiden Unternehmen hatten die Übernahme Anfang Mai 2001 verkündet. Da beide Verlage zu den großen der Branche gehören, zog sich die Kartellprüfung hin. Der Vertrag dem Zeitschriftenbericht zufolge schließlich, da der Süddeutsche Verlag die kartellrechtlichen Auflagen nicht fristgerecht erfüllen konnte. Zugleich war Haeuslers Angaben zufolge eine Bürgschaft zur Sicherung der Kaufpreisansprüche nicht weiter verlängert worden, so dass Weka nach dem Scheitern des Kaufvertrages keinen Zugriff auf die Gelder hatte.

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