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Gerade geschafft

Das war knapp! Um ein Haar wäre es passiert. Dann wäre der Dow Jones-Index unter die Marke von 11 000 Punkten gerutscht. Doch das wäre auch kein Drama gewesen, sagt Michael Sauerborn, Aktienexperte beim New Yorker Investmenthaus Merrill Lynch.

"Es ist weder ein großer Widerstand, noch eine Unterstützung", sagt der Experte. Kurz vor Wochenschluss brachten noch einige Marktteilnehmer ihre Schäfchen vor dem verlängerten Memorial Day Wochenende ins Trockene. Aktien wurden verkauft. "Wir werden sicherlich noch durch zwei Quartale durchgehen, in denen die Gewinnlage nicht so positiv ist, prognostiziert Analyst Sauerborn. Viele Gelder, die zwischengeparkt waren, kommen nun zum Einsatz.

Für George Bush ändern sich die Zeiten. So leicht wird es für den US-Präsidenten wohl künftig nicht mehr sein, Gesetze durch den Kongress zu bringen. In Washington gibt es mit dem Parteiaustritt des Republikaners und Senators James Jeffords neue Mehrheitsverhältnisse im Senat. Die Börse braucht Stabilität und in gewisser Weise auch Zuverlässigkeit von der politischen Seite. Zitterpartien kann sie gar nicht gebrauchen. Für das kleine Beben, das durch das politische Zentrum der USA ging, hat die Wall Street erstaunlich gelassen reagiert.

Verhalten war die Übernahmefreude im Konsumgütersektor. Procter & Gamble den Kauf der Kosmetiksparte Clairol von Bristol-Myers Squibb bekannt. Für knapp fünf Milliarden Dollar wird der zweitgrößte Hersteller von Haarfärbe- und Haarpflegemittel übernommen. Der Markt für Haarpflegemittel wächst jährlich doppelt so schnell als der für Drogeriebedarf. Für Procter & Gamble ist dies die größte Akquisition in der Firmengeschichte.

Am Freitag startete der Walt Disney-Film "Pearl Harbor" in über 3.200 Kinos der USA und Kanadas. Dieses "Memorial Day"-Wochenende wird der erste Indikator dafür sein, ob der Film für Disney ein Erfolg oder eine Pleite wird. Alleine die Produktionskosten beliefen sich auf rund 140 Millionen Dollar. Die bisherigen Resonanzen in den Medien sind gemischt. So bezeichnet die Chicago Sun den Film beispielsweise als "sehr direkt, ohne jede Gnade, Vision oder Originalität". Doch egal wie die Kritiken auch ausfallen, die Experten sind sich sicher, dass der Film alleine an diesem Wochenende zwischen 70 und 100 Millionen Dollar einspielen wird. "Pearl Harbor hat das Potenzial, weltweite Kasseneinnahmen von über 1,5 Milliarden Dollar zu erzielen", meint ein Salomon Smith Barney-Analyst. Mit 1,84 Milliarden Dollar würde damit "Titanic" dennoch der weltweit erfolgreichste Film bleiben.

Während der Dow Jones-Index 2,5 Prozent verlor, legte die Nasdaq um 2,5 Prozent zu und notiert nun bei 2251 Punkten.

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