Gerangel vor Stiftungsgründung beendet
Grünes Licht für Anti-Doping-Agentur

Zwei Monate vor dem Start haben Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und die Länder endgültig grünes Licht für die Nationale Antidoping-Agentur (NADA) gegeben. Das Gerangel hinter den Kulissen um juristische Formalien für die Gründung der NADA-Stiftung ist damit beendet.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Es gab einige Probleme beim Anerkennungsverfahren des Stiftungsgeschäfts. Jetzt hat die NADA aber bald freie Bahn. Übernächste Woche kann wohl der Eintrag ins Stiftungsregister in Düsseldorf erfolgen", erklärte Lothar Altmeyer, Vorsitzender der Sportreferentenkonferenz, der dpa am Dienstag.

Als man die NADA am 15. Juli mit Glanz und Gloria an deren künftigen Sitz in Bonn offiziell gründete, war die Prominenz aus Sport und Politik etwas zu rasant vorgeprescht. "Man hat versucht, die NADA so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, aber die formalen Dinge unterschätzt", berichtete Altmeyer. Inzwischen seien aber alle rechtlichen Details wie der Status der Länder als Zustifter geklärt und der Zeitplan genauso eingehalten wie geplant. Die NADA soll am 1. Januar 2003 ihre Arbeit aufnehmen, das neue Hauptquartier in Bonn bereits am 15. November bezugsfertig sein.

Den Verantwortlichen, die den Übergang von der bisherigen Anti- Doping-Kommission (ADK) zur NADA organisieren, läuft jedoch die Zeit davon. "Wir haben erheblich Zeit verloren. Ohne als Stiftung anerkannt zu sein, konnten wir nicht einmal Telefonnummern beantragen", sagte ADK-Geschäftsführer Jürgen Barth. Immerhin müssen bis Jahresende auch die ersten drei hauptamtlichen Kräfte für die NADA ausgewählt und eingestellt werden. Da die NADA noch keinen Zugriff auf bewilligte Gelder hatte, ist der Deutsche Sportbund (DSB) finanziell zur Überbrückung in die Bresche gesprungen.

Die Finanzen werden aber auch weiter der neuralgische Punkt der NADA bleiben. Ausgestattet wird die unabhängige Stiftung zunächst mit einem Startkapital von 6,6 Mill. Euro, von dem der Bund mit 5,1 Mill. den Hauptteil trägt. Um die Arbeit allein aus den Zinsen des Stiftungsvermögens bestreiten zu können, wäre nach internen Berechnungen mindestens die fünffache Summe notwendig.



"Ich bin mit der finanziellen Ausstattung nicht zufrieden", meinte der designierte NADA-Vorsitzende Peter Busse, "davon kann die Stiftung nicht leben." Auf zehn bis zwölf Mill. Euro müsse man "die Hoffnungen" hinlenken. Dass die Sportministerkonferenz am 28. November in Saarbrücken auf diesen Weg einschwenken wird, wenn Busse seine Sicht der Dinge vorträgt, ist kaum anzunehmen. Und auch aus der Wirtschaft ist zur Zeit nicht viel zu erwarten. "Wenn die Weltwirtschaft wieder anspringt, sind die Unternehmen eher bereit, etwas zu tun", hofft Busse.

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