Gerets: „Spieler wollen sterben“
Cupsieg wäre für FCK Krönung einer Krisensaison

Dem Albtraum des Abstiegs aus der Fußball- Bundesliga und drohender Insolvenz glücklich entronnen, greift der 1. FC Kaiserslautern zum Abschluss der turbulentesten Saison seiner Vereinsgeschichte nach dem DFB-Pokal. "Meine Spieler werden sterben wollen füreinander und kämpfen, kämpfen bis zum Umfallen, um die große Sensation zu schaffen", sagte FCK-Trainer Erik Gerets mit martialischen Worten vier Tage vor dem 60. DFB-Pokalfinale gegen den deutschen Meister Bayern München am Samstag (19.30 Uhr/ARD) im Berliner Olympiastadion.

HB/dpa KAISERSLAUTERN. Für den 49-jährigen Belgier ist der zehnmalige Rekordpokalsieger aus München als "mit Abstand beste Mannschaft der Saison" klarer Favorit. Aber der FCK fahre nicht nach Berlin, "um dort den Sparringspartner für die Bayern" abzugeben. "Auch die Bayern können nur mit elf Spielern antreten und sind keine Übermenschen. Sie haben zwar die bessere Mannschaft und bessere Einzelspieler, aber in einem einzigen Spiel ist alles möglich. Wir haben die Riesenchance, sie zu schlagen und für ein sensationelles Ende einer tollen Saison zu sorgen", meinte Gerets. Schalke 04 habe am letzten Bundesliga- Spieltag gezeigt, dass es nicht unmöglich ist, die Bayern zu besiegen. Für Gerets wäre der dritte Cupsieg der in Berliner Pokalendspielen noch unbesiegten Pfälzer nach 1990 und 1996 "wie die Kirsche auf der Sahnetorte".

Auch Nationalstürmer Miroslav Klose, der sich von den Münchner Avancen eines baldigen Wechsels nicht verrückt machen lassen will, ist "heiß auf den Pokal, aus dem wir hoffentlich am Samstag trinken können". Der 24 Jahre alte Torjäger, der am Dienstag vom Präsidenten des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, Rüdiger Sterzenbach, als "Sportler des Jahres" geehrt wurde, hat sich nach seiner Schonpause gegen Hertha BSC "einiges vorgenommen". Klose: "Ich werde alles versuchen, um mein erstes Finale auch für mich zu entscheiden." Gerets war von Kloses Kampfansage angetan: "Wir brauchen solche Leute wie Miro, die Tore machen."

Eine schlechte Nachricht bereitet dem FCK-Chefcoach jedoch noch Kopfzerbrechen. Der Schweizer Mittelfeldspieler Ciriaco Sforza (33) laboriert an Achillessehnen-Problemen, über deren Schwere eine Kernspintomografie Aufschluss geben soll. "Ciri spielt eine sehr wichtige Rolle als Organisator unseres Spiels und ist kaum zu ersetzen. Wenn er ausfallen sollte, müssen wir unsere Taktik ändern", meinte Gerets, der ansonsten seine Mannschaft schon im Kopf hat. Ob der scheidende Mario Basler für den gesperrten Dimitri Grammozis in der Startelf auf der rechten Seite steht, ließ Gerets offen: "Ich weiß nicht, welche Überlegungen Mario hat. Aber es ist schön, dass er so motiviert ist, unbedingt spielen zu wollen."

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