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Gerhardt: 2006 wird es knapp für die FDP

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gerhardt rechnet 2006 mit einem sehr knappen Bundestagswahlergebnis und drängt die Freidemokraten deshalb zu einem radikaleren Reformkurs. „Wir müssen viel weiter gehen als die Agenda 2010“, sagte Gerhardt in einem dpa-Gespräch.

dpa BERLIN. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Gerhardt rechnet 2006 mit einem sehr knappen Bundestagswahlergebnis und drängt die Freidemokraten deshalb zu einem radikaleren Reformkurs. "Wir müssen viel weiter gehen als die Agenda 2010", sagte Gerhardt in einem dpa-Gespräch.

Mit den derzeitigen Umfrageergebnissen, bei denen die FDP zwischen sechs und acht Prozent liegt, ist Gerhardt nicht zufrieden: "Das Wählerpotenzial der FDP ist zweistellig." Die FDP-Fraktionen von Bund und Ländern organisieren am 13. November einen großen Liberalismuskongress in Berlin. Eingeladen wurden unter anderen der Parteienforscher Jürgen Falter, die Historiker Arnulf Baring (Berlin) und Paul Nolte (Bremen) sowie der frühere Stasi-Aufklärer Joachim Gauck. Der Kongress soll sich mit den Grundlagen und der Weiterentwicklung des Liberalismus befassen.

"Die FDP-Botschaft muss mehr Profil bekommen", begründet Gerhardt seine Initiative, die keine Konkurrenz zur Parteiführung unter Guido Westerwelle sein soll. Auf jeden Fall will er vermeiden, dass die Liberalen nur als Koalitionspartner der Union gesehen werden. Dass die FDP nicht von Stimmungstiefs der CDU profitiert, führt Gerhardt auf die eigenständigere Rolle der Partei zurück: "Wir haben eine andere alternative Botschaft: Weniger Staatsorientierung und mehr Strukturwandel."

Gerhardt sieht sich sich im Wahlkampf 2006 wieder in einer Art Doppelspitze mit Westerwelle: "Das sind die beiden, auf die man in der Spitze sieht." Die Ämterverteilung nach einer gewonnenen Wahl ist für Gerhardt derzeit kein Thema: "Wir stellen keine permanenten Schattenkabinette auf." Westerwelle hatte gesagt, dass er bei einer Regierungsbeteiligung der FDP nach 2006 nicht das Amt des Außenministers anstrebe.

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